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26 Januar 2016

Zauber des Eises

Frostige Kälte scheint es in diesem Winter nicht so viel zu geben. So mancher genießt dabei, dass man nicht so frieren muss, dass das morgendliche Freikratzen der Windschutzscheibe entfällt und die Straßen selten glatt sind. Viele gute Gründe, um sich über einen milden Winter zu freuen. Doch damit müssen wir auch auf den Zauber verzichten, den uns das Eis mit zerbrechlichen Formen und zarten Gebilden schenkt.

Falls Du Dich aber doch einmal an solch gefrorenen Kunstwerken erfreuen möchtest, lass einfach die Bilder von Alf Pilz auf Dich wirken und erlebe das Wachsen des Eises im Zeitraffer.








24 Februar 2013

Gut gegen Schmuddelwetter: WG-Fest der besonderen Art

Langsam aber sicher hat man doch die Nase voll vom trüben Wetter. Der Frühling will nicht so recht beginnen, Winter ist es eigentlich auch nicht mehr und ein schönes Fest, das die Stimmung hebt und durch die dunklen Tage führt, gibt es im Moment nicht. Eigentlich sollte man selbst ein Fest veranstalten, vielleicht sogar gemeinsam Hausmusik machen und ein kleines Konzert veranstalten. Dazu ist kein Platz in der Wohnung? Das Argument gilt nicht mehr, seit eine Leipziger Studenten-WG im Dezember Freunde und Mitstudenten einlud, um das Weihnachtsoratorium aufzuführen.

Ganz recht, das Weihnachtsoratorium für Orchester und Chor in einer Altbauwohnung. Wie das geht? Der Organisator sagte dazu ganz entspannt: Leute einladen, ein bisschen Facebook, Noten ausleihen, Betten und Schränke auseinander bauen, Bier kaufen und dann geht's los. Eigenlich wollten die Studenten keine große, öffentlich Sache daraus machen, schließlich haben sie in den Vorjahren schon Händels Messias und Mozarts Requiem in der Altbauwohnung aufgeführt, ohne viel Brimborium. Die Streicher, Pauken, Bläser etc., der mehrstimmige Chor und die Solisten werden verteilt, ein WG-Bewohner steht mittendrin auf einem Tisch und dirigiert, alle in ganz normaler Kleidung, ein Bier in der Hand, Klassikgenuss pur und verschmitzte Freude auf den Gesichtern der talentierten Musiker.

Da sie den tollen Abend für die Beteiligten zugänglich machen wollten, haben sie das Konzert mit einem Handy gefilmt und bei YouTube hochgeladen. Das Ergebnis ist wirklich sehens- und hörenswert, denn auch die Qualität ist erstaunlich gut. Und das Schönste ist, dass alles locker und entspannt, mit viel Spaß und Normalität abläuft. Wenn Du magst, schau doch einmal herein in das kleine Wunder von 52 Minuten und teile die Fröhlichkeit und auch die Festlichkeit der Musik. Erfrischend normal und ein Klassikgenuss zugleich.


27 Oktober 2012

Kostbarkeit






Wenn der Moment wie ein Diamant glitzert
















Wenn Zweige elegante Tänzer sind
















Wenn der Augenblick in Eis festgehalten ist
















Wenn Inseln aus einem steinernen Meer wachsen
















Wenn ich die Adern des Lebens spüren kann
















Wenn ich blaue Schatten fallen sehe




















Wenn ich auf goldenen Teppichen gehe

















Wenn sich Blätter zart aneinander lehnen















Wenn mich das Spiel des Sonnenlichts berührt
















Wenn ich die verschwenderischen Kleinder der Bäume bestaunen kann
















Wenn mein Auge an kunstvoll gewebten Mustern hängen bleibt















Bewundere ich die Kostbarkeit, die mich umgibt

















Und ich bin glücklich, in all dem zuhause zu sein









22 August 2011

Sand Dancer ° Von Bildern, die das Meer wieder fortnimmt

Stell Dir vor, Du investierst fas vier Stunden Zeit in eine großartige und erfüllende Arbeit und dann wird sie fortgespült auf Nimmerwiedersehen. Das ist Teil der künstlerischen Arbeit des Neuseeländers Peter Donnelly, der als „sand dancer“ oder „sand man“ bezeichnet wird. Seit über 10 Jahren radelt er sonntags bei Ebbe an den Strand am New Brighton Pier mit einem Stock und einer Harke und zeichnet riesenhafte Gemälde den Sand. Nach seiner Aussage verbindet er sich regelrecht mit seiner Umgebung, wird eins mit ihr und beginnt seinen Tanz, von dem er am Anfang  selbst nicht weiß, was das genaue Ergebnis sein wird. So entstanden mittlerweile etwa 1000 Bilder.


Photo: Image via: becky-garrett


Bei der Größe seiner Bilder staunt man darüber, wie er die perspektivischen Motive anlegt. Wie es in seiner gesamten Wirkung und Größe aussieht, kann er aus dieser Nähe nicht sehen, er kann es nur erspüren. Es gibt keine Vordrucke oder komplizierte technische Hilfsmittel, mit denen er vorzeichnet, er hat keine Helfer, die ihn bei der Fertigstellung unterstützen. Alles entsteht in einem Prozess, in dem er, nach eigener Aussage, in seine eigene Ganzheit zurückfindet, in dem er heil wird und sich frei fühlt. Während er seine Ideen in den Sand zeichnet, beobachten ihn Zuschauer von der Brücke aus – amüsiert, verwundert, beeindruckt, inspiriert. Manchmal werfen sie ihm Münzen zu oder warnen ihn aufgeregt vor der Flut.

Es ist ein Rennen gegen die Zeit, in knappen vier Stunden muss alles vollendet sein. Doch wenn die Flut kommt und sein Werk zerstört, ist es ein besonderer Moment für Peter Donnelly: Er konnte der Welt etwas schenken, nur für einige Stunden und nun schenkt er es dem Meer, das es mit sich nimmt. Er hat sein Bild gefeiert, während er es geschaffen hat und die Ankunft des Wassers ist fast ein heiliger Moment für ihn. Er spürt, dass seine Arbeit getan ist. Damit lässt er alles los, was er in den riesigen Zeichnungen ausdrückt, Schönheit und Liebe zum Leben aber auch Frustration über nukleare Aufrüstung, über den Irak-Krieg und alles andere, was ihn bewegt. Alle Vergänglichkeit kommt zum Ausdruck und alles kann gehen, es ist Teil seines Schaffens.

Vielleicht ist dieses Bewusstsein, etwas nur für den Augenblick zu schaffen, so etwas wie ein Tanz mit dem Leben. Und vielleicht ist das Loslassen-Können, Teil einer großen Freiheit, die man sich selbst schenken kann. Viel Freude mit einem Video über den „sand dancer“…





Mehr Videos über den "sand dancer" im YouTube-Kanal der Lebenslilie in der Playlist Schönes ° Beautiful
Englischer Artikel mit noch mehr Bildern über Peter Donnelly unter "When beaches become giant sand canvases"

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