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05 Mai 2018

Frage zur Inspiration: Wie entfaltet sich…

… der Frühling in Dir und Deinem Leben?


Was erblüht gerade in Deinem Leben?

Welche neuen Züge oder Eigenschaften entwickeln sich gerade in Deinem Wesen?

Woran merkst Du das Erwachen neuer Kräfte in Dir?

Welche „neuen Pflänzchen“ in Deinem Leben müssen noch geschützt und behütet werden, bevor Du sie in die Welt hinausgeben kannst? 


Gibt es Dinge, die Du neuerdings herbeisehnst und in Deinem Leben haben möchtest?


Wenn Du Dich im Geschehen der Natur wiederfinden kannst und Dir die Jahreszeit zu einem Spiegel werden lässt, hast Du die Möglichkeit, Dich und Dein Leben auf eine interessante andere Art zu betrachten. Oft ist es erhellend, einen neuen Blickwinkel einzunehmen, um das eigene Wesen und die eigene Entwicklung noch besser nachvollziehen zu können. Vielleicht inspiriert Dich das Bild des Frühlings dazu und bringt Dir auch den Rhythmus der Natur noch ein wenig näher. Es kann Dir, um mit einem Begriff von Hildegard von Bingen zu sprechen, Deine eigene „Grünkraft“ zeigen, Dein Wachstum und die stetige Wandlung, die uns im Leben begleitet. Hab eine schöne Maienzeit.


Weitere Fragen und Anregungen findest Du in der Rubrik Inspiration. Viel Freude beim Stöbern...

23 April 2018

Geschenke des Lebens



Der Duft einer Frühlingsblume, der Geschmack einer Sommerbeere, die Farben der Herbstblätter, der Zauber eines Wintermorgens sind Geschenke des Lebens, die uns zeigen, dass das Leben selbst ein Geschenk ist.


Lebenslilie

16 April 2018

Frage zur Inspiration: Welche Deiner Werte ...

... machen Dein Leben kalt und hart und welche Deiner Werte machen es reich und glücklich?


Kamst Du mit ihnen dahin, wo Du sein wolltest? 

Bist Du mit ihnen der Mensch, der Du zu sein wünschtest?

Sind noch alle von ihnen jetzt zuträglich und nützlich oder waren sie es nur für einen bestimmten Abschnitt im Leben?

Lassen Dir Deine Werte auch genügend Zeit und Kraft, um zu leben und zu wachsen?

Geben sie genug Raum für Güte, Verständnis und Nachsicht mit anderen und Dir selbst? 


Manchmal sind es nicht unbedingt allein die Umstände, die uns das Leben sauer machen und im Alltag zu Stress und aufreibenden Begegnungen führen. Es können uns auch einige unserer Werte, die wir uns als Leitlinien gesetzt haben, im Wege stehen zu einem entspannten und glücklichen Alltag. Werte sind sehr nützlich, keine Frage! Jedoch ist es nicht schlecht, sie ab und zu auf den Prüfstand zu stellen und zu schauen, wohin sie uns bringen.

30 November 2017

Frage zur Inspiration: Welche Orte nennst Du …

… Zuhause oder Heimat?




Was macht oder machte für Dich diese Orte zu einem Zuhause?

Was für ein Gefühl ist das, wirklich zuhause zu sein?

Oder ist es auch ein Bereich, eine Welt in Deinem Inneren?

Kannst auch Du einem anderen Menschen ein Zuhause geben?


Mit diesem Türchen endet nun der November-Kalender der Lebenslilie. Hoffentlich war auch etwas Entspannendes, Entschleunigendes oder Inspirierendes für Dich dabei und hat Dir den düsteren Herbstmonat ein wenig angenehmer gestaltet. Mir hat es Freude bereitet, Dich zu begleiten und auch für mich Dinge zu sammeln, die den November ein bisschen aufgehellt haben.

Hab eine schöne Adventszeit mit genügend Gelegenheiten für gemütliche Pausen und inspirierte Gedanken.
Bis bald…

Deine Lebenslilie


Noch mehr Anregungen, um die Welt einmal mit anderen Augen zu betrachten, findest Du unter der Rubrik „Inspiration“. Und falls Du Lust hast, noch mehr Tipps gegen den Blues in der dunklen Jahreszeit zu lesen, könnte Dir auch "Gut gegen Novemberblues" und "4 Tipps zum schnellen Durchwärmen" gefallen.

29 November 2017

Der Geschichtenerzähler

Wie man Geschichten erzählen soll?
So, dass sie einem selbst helfen.

Mein Großvater war lahm. Seine Beine hatten wenig Kraft und waren steif geworden vom Ruhen. Einmal bat man ihn, doch eine Geschichte von seinem Lehrer zu erzählen. Er überlegte einen Moment und legte den Kopf auf die eine und dann auf die andere Seite. Dann zog ein Leuchten über sein Gesicht. Er begann zu berichten, wie der große Baalschem beim Beten zu hüpfen und zu tanzen pflegte. Sehr ungewöhnlich für einen berühmten Lehrer.

Mein Großvater stand also auf und erzählte von dem großen Mann. Er deutete nur an, machte ein paar Bewegungen mit den Händen und den Armen. Dann fuhr immer mehr Kraft in seinen Leib und es war anschaulich und eine Freude, die Geschichte zu hören und zu sehen. Seine Erzählung riss ihn derart hin, dass er hüpfend und tanzend vorführen musste, wie der Meister es seinerzeit getan hatte. Alle sollten verstehen, wie Baalschem betete.

Und von der Stunde an war er geheilt.
So soll man Geschichten erzählen!

Nach einer chassidischen Legende


Wenn Dir allerlei weise und unterhaltsame Erzählungen und dergleichen gefallen, findest Du unter "eine Geschichte lesen" noch viel mehr Lesefutter.

23 November 2017

Frage zur Inspiration: Wie ist es, wenn…

... Du Deiner inneren Stimme zuhörst? 




Im Alltagsgetümmel kann es manchmal ganz schön laut werden im Kopf. Gedanken können wie  aufgescheuchte Hühner herumspringen und so laut sein, dass man seine eigene Stimme gar nicht mehr hören kann.

Es ist gut, sich immer einmal wieder einige Momente zu nehmen, um still zu werden und die eigene innere Stimme zum Gespräch einzuladen. Nicht, dass sie irgendwann beleidigt ist, weil man keine Zeit für sie hatte und sich abwendet und Leere zurücklässt.

Den Freund an der Stimme erkennen


Am schönsten ist es natürlich, sich eine Regelmäßigkeit zu schaffen, damit man sich gar nicht erst zu weit von sich selbst entfernt. So, als würde man einen guten Freund treffen, mit dem man sich austauschen kann und der immer wahrhaftig und ehrlich mit einem spricht. Ein "Ich wollte einfach mal wieder Deine Stimme hören", kann Nähe und Vertrautheit bewahren.

Aber woran erkennst Du, dass es Deine innere Stimme ist? Die Stimme, die Dir von Deinen wahren Wünschen und Bedürfnissen erzählt? Von dem, wer Du bist? Wie hört sie sich an? Ist sie leise und flüsternd? Ist sie klar und gut vernehmbar? Ist sie singend und leicht?

Wie ist es, wenn Du Deiner inneren Stimme zuhörst? 

16 November 2017

Ralph Waldo Emerson zu Geheimnissen

Der Herbst ist eine Jahreszeit voller Geheimnisse. Auch wenn die Wissenschaft ausgekundschaftet hat, warum und wie sich die Blätter verfärben, es wohnt doch allem ein Zauber inne. Im Herbst gedenkt man besonders der Toten, schmückt ihre Gräber und entzündet "ewige Lichter" für sie. Und jedem fällt vermutlich etwas ein, was man die Verstorbenen noch hätte fragen wollen. So aber, nahmen sie so manches Geheimnis mit ins Grab.

Die dritte Jahreszeit ist auch die Zeit der Hexen und Geister. Zu Allerheiligen feiert man mit altem Brauchtum, das nicht erst mit Halloween-Partys und ausgehölten Kürbissen bekannt ist. In keltischer und vorkeltischer Kultur wähnte man zum Samhainfest (1. November) die Grenze zur Anderswelt als besonders durchlässig. Die Herbststürme galten als Jagd wilder Gottheiten mit ihrem Gefolge durch den Himmel.

Vielleicht ist die Erinnerung an alte Bräuche, mit Festen, bestimmten Speisen, Laternen und allerlei Geschichten, eine gute Art, die düstere Herbstzeit aufzuhellen. Und in unserer sehr technikorientierten Zeit kann die Welt der Geheimnisse doch auch ein gutes Gegengewicht sein, um uns kopfgesteuerte Menschen wieder etwas besser auszubalancieren. Der Kopf vermag so Vieles zu erfinden und zu erdenken, aber die Seele und der Körper müssen auch genährt und geachtet werden.

Die Seite des Geheimnisvollen anzuschauen, liegt sicher tief in unserem Menschsein verankert, um nicht vor lauter Vernunft noch auf den Kopf zu fallen oder diesen gar zu verlieren. Wie sagte Ralph Waldo Emerson so schön? Mir ist lieber in einer von Geheimnissen umgebenen Welt zu leben als in einer, die so klein ist, dass mein Verstand sie begreift.

22 August 2017

ABC der Entspannung


Wenn Du einmal das Alphabet durchgehen würdest, welche Dinge würden Dir zur Entspannung einfallen? Hier sind einige Begriffe und vielleicht hast Du ja Lust, den einen oder anderen Impuls heute einmal für Dich aufzunehmen. Viel Vergnügen beim Lesen!


A abschalten, autogenes Training, ausschütteln, Achtsamkeit, Ausgleich, ausatmen, ausspannen


B Bewegung, bewusst atmen, barfuß gehen, baden, beten, unter Bäumen sitzen, Seele baumeln lassen


C chillen, cool down, Cafébesuch, canceln, Couch, carpe diem, Chancen zur Ruhe nutzen


D dehnen, dichten, dösen, warm duschen, Dankbarkeit spüren, daheim, dürfen, Dasein


E entschleunigen, Entspannung, einatmen, Erholung, Einklang, Erquickung, Energie


F Freude, Freizeit, fühlen, Fantasiereise, frische Luft, Freunde treffen, Frieden, faulenzen


G genießen, Gesundheit, gähnen, Glück, Gleichgewicht, gärtnern, Gefühle, gütig sein, Genügsamkeit


H hopsen, Hobby nachgehen, Harmonie, heimelig, Hain, halbfertig lassen, halt machen


I Innehalten, innere Stimme, ich, Inspiration, Insel, ins Lot kommen, Immunkraft stärken


J jetzt, Jahreszeiten genießen, je früher desto besser, Jungbrunnen, wieder justieren


K Körperübungen, kreativ sein, Körperpflege, den Geist klären, kuscheln, Kontemplation


L langweilen, lachen, lauschen, loslassen, Leichtigkeit, Langsamkeit zelebrieren, einfach leben, leise


M Meditation, mild sein, Massagen, Musik hören oder machen, sich mäßigen, Muße


N nichts tun, Natur, nachlassen, Nestwärme, nicht werten, nachhause kommen, nachspüren


O Om, ohne mich, Ohrenschmaus, ohne Pläne sein, Oase der Ruhe schaffen, offline gehen


P progressive Muskelentspannung, Pause machen, Platz, Poesie, philosophieren


Q Quatsch machen, Qigong, Qualitätszeit, Quäntchen Glück, querfeldein laufen, quietschfidel sein


R Ruhe, Regeneration, rasten, Retreat, rückwärtsgehen, reisen, Dinge reduzieren, Raum geben


S spazieren gehen, Stille, schlafen, strecken, Sport, schweigen, Seele, Spaß, spielen, sein, singen



T Tee trinken, (tag)träumen, Telefon abschalten, tanzen, Tai Chi, Tapetenwechsel


U Urlaub, untertauchen, ungestört sein, Unnötiges weglassen, Umwege gehen


V verwöhnen, verschnaufen, Verbindung zu sich selbst, etwas versäumen, gute Zeit verbringen


W wandern, Waldluft atmen, Wellness, wohlfühlen, Weite, Wildkräuter, Wärme


X x-beliebige Dinge tun, sich x-fache Freude gönnen, x-mal etwas Schönes tun


Y Yoga, yeah yeah yeah, sich um die eigene y-Achse drehen, Ysop nachschlagen 


Z Zeit verschwenden, Zurückgezogenheit, zwanglos, Zufriedenheit, zurücklehnen, Zuwendung



Und? Was ist Dir noch eingefallen, was man zur Entspannung sonst noch tun kann? Hier findest Du noch weitere Anregungen zum Thema.

31 Mai 2017

Wenn...



Wenn ich es könnte, wäre ich ...

ein funkelnder Tautropfen in der Sonne

ein Lied auf fröhlichen Lippen
eine züngelnde Flamme im Feuer

ein Flüstern in den Blättern der Bäume

eine warme Erinnerung des Herzens
eine blühende Blume im Frühlingsgarten

ein süßer Geschmack eines Herbstapfels

eine unvergessliche Liebe eines Lebens
eine grüne Welle im Ozean

Aber vielleicht war ich es schon

seit unendlichen Zeiten
und werde es immer wieder sein



Lebenslilie

24 April 2017

Sorgen wie Nudeln

Hab einen sorgenfreien und entspannten Wochenstart mit dieser kleinen Alltagsweisheit...



Und falls Du Lust hast, in kleinen und größeren Weisheiten zu stöbern, findest Du hier eine kleine Sammlung davon.

21 Dezember 2016

Die Welt wird zu einem hellen Ort



Die Welt wird zu einem hellen Ort 
Wenn Frieden, Freundlichkeit, Mitgefühl und Zuversicht 
All unsere Wege begleiten

Mögen wir Frieden im Herzen tragen 
Wie einen ewig leuchtenden Funken

Mögen wir uns mit Freundlichkeit umgeben 
Wie Kerzen mit Licht

Mögen wir Mitgefühl schenken
Wie ein Feuer die Wärme

Mögen wir Zuversicht in die Welt tragen 
Wie den Schein einer Fackel

Keine Dunkelheit kann dem widerstehen 
Kein Tag wird ohne Schönheit sein 
Kein Mensch wird dann im Schatten leben


Hab schöne und gesegnete Festtage.

Deine 
Lebenslilie 

Das Gedicht findest Du auch hier als Download zum Weiterschenken. 

30 Mai 2016

Herzensangelegenheiten



  


Musik und Poesie existieren, um...

...ein enges Herz zu weiten,
...ein kaltes Herz zu wärmen,
...ein ängstliches Herz zu stärken,
...und ein verletztes Herz zu heilen.








Solltest Du dies gerade gut gebrauchen können oder möchtest Du Dich einfach nur für einen Moment zurücklehnen und genießen, lausche doch einmal "River Flows in You" des Pianisten Yiruma.

Falls Du das New-Classics-Stück schon kennst: Diese Version könnte Dich interessieren, denn sie ist außergewöhnlich. Arrangiert und gespielt wurde sie von dem südkoreanischen Gitarrengenie Sungha Jung. Zum Zeitpunkt dieser Aufnahme im Hanoi Opera House im Jahr 2014 war er 18 Jahre alt.








PS Egal, ob Du Dich für New Classics als seine Eigenkompositionen oder kunstvoll gecoverte Popsongs interessierst, ein Spaziergang auf seinem YouTube-Kanal ist seine Zeit wert. Dieser könnte etwas länger dauern, da Sungha Jung bereits mit 9 Jahren zu spielen begann, sich die Fingerstyle-Technik selbst beibracht und ab seinem 11. Lebensjahr seinen YouTube-Kanal mit eigenen Arrangements und Kompositionen zu füllen begann. Jason Mraz u.a. lud ihn auf die Konzertbühne ein und gestand dem Publikum, Jungs Coverversion seines Songs "I'm Yours" so bewundert zu haben, dass er sie studierte und das Stück noch einmal neu bearbeitete. Viel Spaß beim Entdecken der Musik eines gefühlvollen Gitarrenvirtuosen!



12 Mai 2016

Jung sein! ° Marc Aurel



Die Jugend kennzeichnet nicht einen Lebensabschnitt, sondern eine Geisteshaltung;
sie ist Ausdruck des Willens, der Vorstellungskraft und der Gefühlsintensität.
Sie bedeutet Sieg des Mutes über die Mutlosigkeit, Sieg der Abenteuerlust über den Hang zur Bequemlichkeit.

Man wird nicht alt, weil man eine gewisse Anzahl Jahre gelebt hat:
Man wird alt, wenn man seine Ideale aufgibt.
Die Jahre zeichnen zwar die Haut - Ideale aufgeben aber zeichnet die Seele.
Vorurteile, Zweifel, Befürchtungen und Hoffnungslosigkeit sind Feinde, die uns nach und nach zur Erde niederdrücken und uns vor dem Tod zu Staub werden lassen.

Jung ist, wer noch staunen und sich begeistern kann.
Wer noch wie ein unersättliches Kind fragt: Und dann?
Wer die Ereignisse herausfordert und sich freut am Spiel des Lebens.

Ihr seid so jung wie euer Glaube.
So alt wie eure Zweifel.
So jung wie euer Selbstvertrauen.
So jung wie eure Hoffnung.
So alt wie eure Niedergeschlagenheit.

Ihr werdet jung bleiben, solange ihr aufnahmebereit bleibt:
Empfänglich fürs Schöne, Gute und Große, empfänglich für die Botschaften der Natur,
der Mitmenschen, des Unfasslichen.
Sollte eines Tages euer Herz geätzt werden von Pessimismus, zernagt von Zynismus,
dann möge Gott Erbarmen haben mit eurer Seele - der Seele eines Greises.

Marc Aurel 


05 April 2016

Halte dein Leben in deinen Händen



Halte dein Leben in deinen Händen, deine Liebsten in deinen Armen, Wärme in deinem Herzen und Neugier in deinem Blick.



Lebenslilie

15 November 2015

Was hat es eigentlich mit Gaben auf sich?

Gabe ist ein Wort, das erst einmal eine gewisse Ehrfurcht hervorruft und das man eher großen Künstlern oder Wissenschaftlern zuschreibt. Sprechen wir von einem Talent oder Vermögen, steigt diese Besonderheit schon eher in die Sphäre des Machbaren zu den Normalsterblichen hinab. Eine Gabe ist eine Begabung oder auch Talent auf einem bestimmten Gebiet. Es ist eine Fähigkeit, die bei einem Menschen besonders ausgeprägt ist.

Gaben sind gleichzeitig so etwas wie unsere Fenster, durch die wir die Welt betrachten. Wenn wir ihnen trauen, vertrauen wir uns selbst. Dann ist die Welt, so, wie wir sie wahrnehmen, plötzlich voller Heilkunst, Baukunst, voller Handwerk und zu lösender Aufgaben, voller Schrift und zu Erforschendem, voller Kultur und Musik, belebt durch Gerichte und Gewürze, wir erkennen Strukturen, Eigenschaften und Ereignisse, die sich unserem Verständnis fast wie von selbst erschließen oder unbändige Neugier entfachen.

Ein Lebensweg

Wenn wie unsere Talente erkundet und erkannt haben, können wir sie leben und unser Leben entfaltet sich durch sie. Manchmal bringen sie aber auch Mühen, Verzicht und Vergleich, was es auszuhalten gilt. Hier wollen diese besonderen Fähigkeiten noch mehr genutzt, geschärft und verteidigt werden. Sie verlangen viel von uns und schenken gleichzeitig viel. Gaben erziehen und lehren uns und durch sie bringen wir in die Welt, was wir vermögen und was in uns steckt.

Dieser Weg wird streckenweise freudvoll und erfüllend sein, dann wieder mühsam und möglicherweise sogar gefährlich. Er wird alles sein, was wir uns zutrauen, wenn wir uns hingeben – das, was er uns abverlangt, kann mehr sein, als wir glauben, leisten zu können.

Dann ist es hilfreich, wenn auch andere uns dies zutrauen, an uns glauben und uns wohlwollend sehen, wenn wir es selbst gerade nicht können. Menschen, die uns helfen, uns wieder auf- und auszurichten, wenn wir uns verloren haben. Und auch dann, wenn wir spüren können, dass es jemanden gibt, der genau das braucht, was wir zu geben haben, wird nicht nur unsere eigene Erfüllung sondern auch das Wertvolle unserer Gabe deutlich.

Verbindung mit der Welt

Gelebte Gaben verbinden uns mit der Welt. Wenn wir mit und von anderen lernen und arbeiten, finden wir oft diejenigen, die uns ähnlich sind und sich auch für das begeistern, was wir in uns selbst gefunden haben. Sie können aber auch bittere Konkurrenten sein und uns mit Bosheit Schaden zufügen. Wieder andere können versuchen, uns und unser Können auszunutzen. Hier lernen wir, uns zu schützen, Grenzen zu ziehen, Bedingungen und Forderungen zu stellen. Wieder gebrauchen und vervollkommnen wir einen Teil unserer selbst, um gut zu leben und wir selbst zu bleiben.

Und die Ausnutzer? Vielleicht sind das gerade diejenigen, die ihren eigenen Gaben ausweichen und daher nicht gelernt und erkannt haben, dass es für jeden eine Grenze und eine Gegengabe geben muss. Sie sind noch nicht an ihren Gaben gewachsen und klar darin geworden, was ein solcher Weg bedeutet. Womöglich suchen sie, sich Wert billig zu erkaufen oder zu erschleichen, weil sie den Wert von Gaben nicht erkennen und die Leere, die durch nicht gelebte Gaben entsteht, zu füllen. Gleiches müsste dann auch für Herumkrittler und Kleinmacher gelten.

Solche Menschen leben in einer gefährlichen Bedürftigkeit, die für sie selbst und andere Schaden anrichtet. Sie jagen durch eine Welt des „nicht genug“ und können Erfüllung, Fülle und erfüllendes Tun nicht erkennen, weil sie noch nicht wissen, was das eigentlich ist.

Hier wäre sicher ein Innehalten wichtig und die Frage: Was steckt hinter dem, was ich unbedingt haben will, aber dessen Gegenwert ich nicht geben will? Steht dahinter sogar etwas Bestimmtes, das eigentlich in mir steckt? Etwas, das mir meine Aufgabe zeigt, die ich für die Welt und aus mir selbst heraus zu vollbringen habe? Ich sollte jetzt nicht aufgeben und genauer hinschauen, ob hier etwas auf eine Begabung hindeutet, die ich zeigen und entwickeln sollte.

Zufriedenheit und Ausrichtung

In einer Spannung von „ich muss doch aber erst noch…“ könnte man auch den Unterschied zwischen Aufgabe und Erledigung sehen. Den Kleinkram zu erledigen, muss sein, aber die Gabe und Aufgabe sollte nicht durch zu viele Erledigungen verschüttet werden. Dann gehen Ausrichtung und Zufriedenheit im Leben verloren, wenn jede Stunde und jeder Tag im Treibsand der Alltagsbeschäftigungen untergehen. Sonst hat man viel getan aber man spürt nicht den erfüllenden Frieden, den eine Arbeit aus den eigenen Talenten heraus bietet.

Wie wunderbar fühlt sich eine Erschöpfung an, wie gut nährt sie die Seele, wenn man der eigenen Natur und den eigenen Gaben gefolgt ist. Hier kommt Energie zurück, die Arbeit hat mir dann auch etwas  zurückgegeben.

Ich kann also Gaben auch daran festmachen, dass mich die Beschäftigung mit ihnen zufrieden macht. Die Seele hat Frieden, weil sie das ausdrücken, herausgeben konnte, was in ihr steckt und angelegt ist. Ich habe das, was in mir angelegt ist, genutzt, um in meiner Umgebung etwas zu bewirken, zu erleichtern, zu verschönern. Ich habe etwas Eigenes gegeben, einen Teil, der wirklich von mir stammt. Ich habe etwas gegeben und mich selbst damit hingegeben. Wer weiß nicht, wie wenig man Zeit und Mühe bemerkt, wenn man mit Hingabe an einer Sache arbeitet.

So viel fordern Gaben von uns, so viel geben sie zurück. Sie schicken uns auf eine Reise, auf der uns Vieles begegnen wird und auf der wir uns mit vielen unserer Facetten selbst begegnen werden. Wir lernen uns selbst und andere kennen, es ist der berühmte Weg, der unter den eigenen Schritten entsteht. Lohnend, interessant, anstrengend, lehrreich, riskant, nach dem eigenen Herzen gegangen – ein erfüllter Lebensweg. Dafür sollte es sich lohnen, die eigenen Gaben zu erkunden und zu erkennen, sie anzunehmen und ihnen zu folgen. Und es verdient Respekt und Anerkennung, wenn sich ein Mensch auf diesen Weg begibt, denn er wird das Leben in einer Tiefe erfahren, die den Zuschauern hinter selbst- oder fremderbauten Schwellen verborgen bleibt.

29 Juli 2015

100 Jahre, 100 Menschen und ihre Träume


Was wünschen sich Menschen für ihr Leben? Was sind ihre Träume und was begeistert sie? Einen Haufen Geld zu besitzen? Große Macht und Ansehen? Der Dänische Fotograf Keen Heick-Abildhauge interessierte sich für diese Frage, als er für einige Zeit in Russland lebte. Er nahm sich etwas mehr als zwei Jahre Zeit, um den Träumen der Menschen nachzuspüren und traf 230 Russen, um sie hierzu zu befragen.

Auf der Straße oder im Café ließ er sich diese Geschichten erzählen und fotografierte seine Gesprächspartner. In stimmungsvollen schwarz-weiß Fotos zeigt er die Portraits von Leuten, die er auf seinen Reisen quer durch das Land traf – berührend und einzigartig, so, wie ihre Träume und Leidenschaften. 100 Bilder von diesen Menschen wählte er aus und schrieb ihre Wünsche und Passionen auf, von Mädchen und Jungen, Frauen und Männern im Alter von 1 bis 100 Jahren.




Hier einige Beispiele:

Nach den Worten seiner Mutter, interessiert sich der 1-jährige Alexander aus Pushkin für Autos.

Die kleine St. Petersburgerin Nadia hat mit ihren sechs Jahren eine Schwäche fürs Tanzen, Malen und das Spiel mit ihren Freunden und sie möchte Frisörin werden.

Valentin (13 Jahre), ebenfalls aus Petersburg, ist Schüler, sammelt leidenschaftlich Flugzeugmodelle und möchte Rettungsschwimmer werden.

Die Schülerin Yulia aus Obninsk möchte 100 Jahre alt werden und sehen, wie sich die Welt innerhalb dieser Zeit verändert.

Alexey, ein 28-jähriger Ingenieur aus Norilsk, träumt davon, viele gute Dinge zu tun, damit die Welt sich zum Besseren verändert.

Die Lehrerin und Sprachtherapeutin Elena (37 Jahre), ebenfalls aus Norilsk, liebt das Reisen und entwickelt gern interessante und unterhaltsame Aktivitäten für Kinder.

Die Ulyanovskerin Elena (44, Lehrerin) wünscht sich Frieden und dass die Menschen die Möglichkeit haben, zu reisen, Neues zu lernen und zu tun, was ihnen Freude bereitet.

Der Taschkenter Valeriy, 48 Jahre alt, arbeitet als Fahrer und begeistert sich für Musik, besonders Rock, Pop und Klassik.

Der 51-jährige Dirigent Alexander aus Kiev liebt die Berge, Radfahren und das Zusammensein mit Freunden und wünscht sich mehr Frieden und Stille in seinem Leben.

Rosia aus Buhara ist 54 Jahre alt und träumt davon, dass ihr Sohn heiratet, sie seine Hochzeit ausrichten kann und Enkelkinder zu bekommen. Und ein Auto wäre auch nicht schlecht.

Der 61-jährige Zimmermann Grigoriy aus Slavyansky erträumt sich Glück für seine Enkel und liebt es, zu fischen.

Die Ingenieurin Tamara aus Khabarovsk ist 66 Jahr alt, begeistert sich für historische Bücher und wünscht sich für alle Menschen Glück und Gesundheit.

Die 76-jährige Margarita aus Leningrad ist Dolmetscherin und träumt von einer festen Anstellung und dass sie aus einer Neubausiedlung in die historische Innenstadt ziehen könnte.

Der Schiffsbauer Stanislav (77 Jahre aus Archangelsk) möchte per Computer einen Familienstammbaum für seine Lieben erstellen.

Der Baggerfahrer Nikolai aus der Gegend um Vologodsky wünscht sich im Alter von 82 Jahren eine gute Frau und ein Familie.

Wieder eine Margarita (86 Jahre, Produktionsingenieurin) möchte ein Patchwork-Meisterwerk nähen, ein langes Leben haben und weiterhin Deutsch lernen.

Nach einem stressreichen Leben als Produktionsingenieurin wünscht sich Nadezda in ihrem 96. Lebensjahr eine stille, ruhige Zeit.

Die 100-jährige Arbeiterin Evdokiya aus der Gegend von Smolensk erhofft sich, selbst laufen zu können und unabhängig und lebendig zu sein.




Wie sich die Lebenswünsche und Leidenschaften mit den Lebensjahren dieser vielen verschiedenen Menschen verändern, ist wunderschön zu lesen. Vielleicht hat sogar jedes Lebensjahrzehnt seine eigenen Träume und Leidenschaften. Schau doch gern selbst einmal auf der Seite boredpanda vorbei, um Dir alle Fotos anzuschauen und von den kleinen und großen Träumen zu lesen.

Der Blog von Keen Heick-Abildhauge ist auf Englisch geschrieben, jedoch ist alles recht einfach formuliert. Falls Dir jedoch das eine oder andere Wort fehlt, wird Dir die Übersetzungs-Maschine Leo gute Dienste leisten.

Und wie steht es mit Dir? Könntest Du auch spontan von Deinen Leidenschaften berichten, wenn man Dich auf der Straße darauf ansprechen würde? Und hast Du einen Traum, der in Deinem Leben leuchtet?


19 Juli 2015

Was entschleunigt? ° Teil 2


Hast Du schon die eine oder andere Anregung für Dich mitnehmen und ausprobieren können, um Geschwindigkeit und Hektik besser zu widerstehen? Falls nicht, kommen hier noch einmal einige Tipps zur Entschleunigung, die Du vielleicht ausprobieren könntest.


Mit den Jahreszeiten leben


Die Natur und der Wechsel der Jahreszeiten bestimmen – ob wir es wollen oder nicht – unser Leben grundsätzlich. Dies anzuerkennen und ihm zu folgen, kann viel Zufriedenheit bringen. Dies kann mit der Ernährung geschehen oder mit Aktivitäten, die der Jahreszeit angepasst sind. Ein Spaziergang oder eine Wanderung mit offenen Augen für die Farben der Blätter, das Glitzern der Tautropfen, den Wind auf der Haut zu spüren, das alles bringt uns wieder dem Jetzt und der nächsten Umgebung näher, das uns oft im schnellen Alltagstrott verloren geht.


Zu Fuß gehen

Transportmittel sind ungeheuer bequem und ohne sie könnten wir einige Distanzen gar nicht bewältigen. Aber wenn ich mich einmal wieder auf meine eigenen Füße verlasse, auf meine eigenen Kräfte ohne Hilfsmittel, habe ich auch wieder mehr Gelegenheit, mich selbst zu spüren und meine eigene Geschwindigkeit oder eben Langsamkeit zu finden. Selbst ein Fahrrad ist ein Beschleuniger auf unserem Weg und könnte doch auch einmal stehen bleiben, um mal wieder ins Schritttempo zu kommen. Die Möglichkeiten und Grenzen der eigenen Kräfte zu erleben, kann zunächst zu mehr Ungeduld führen, aber das kann schon ein guter Anzeiger sein, dass es mal wieder Zeit ist, zu sich selbst zurückzukehren.


Wie geht es mir?

Frage Dich einige Male am Tag, wie es Dir jetzt geht. Was braucht Dein Körper jetzt: Hast Du Hunger oder Durst, brauchst Du ein wenig Ruhe oder Bewegung, wäre frische Luft gut? Hilf Deinem Körper, das zu bekommen, was er in diesem Moment benötigt. Wie geht es Dir noch: Bist Du traurig oder fröhlich, nervös oder entspannt, hast Du Angst oder Zweifel, fühlst Du Dich wohl oder gibt es ein unbestimmbares Unwohlsein? Gib Dir einen Augenblick, um zu erkennen, wie es in Dir aussieht, ohne darüber zu urteilen oder zu klagen. Dann kannst Du auch gleich entscheiden, was Du jetzt – einfach nur als Kleinigkeit – für Dich tun könntest.


Einfachheit ist Trumpf

Versuche doch einmal weniger Aufwand zu betreiben. Ein simples, leckeres Essen zubereiten, schlichte bequemere Kleider tragen, weniger Styling um Haut und Haar, Selbstgemachtes schenken, ein Mitbringfest feiern, mal wieder auf dem Boden sitzen, barfuß laufen. Sicher beginnt dann der Perfektionist im Kopf zu meckern, jedoch darf er auch mal Urlaub machen und muss nicht in jeder Situation wertend und krittelnd mitreden. Sonst denkt er noch, er sei der Chef.


Freundlichkeit und Zuwendung

Wenn ich mir angewöhne, mir Zeit für ein freundliches Wort (auch für Fremde) zu nehmen, eine Tür aufzuhalten, nett zu grüßen, beginnt nicht nur mein Inneres mit der Zeit zu lächeln und sich zu freuen. Ich kehre auch wieder zu einem wichtigen Wert zurück: Erst die Menschen, dann die Dinge. Darin bin auch ich eingeschlossen: Erst ich als Mensch, meine Gesundheit und die Fürsorge für mich selbst und dann Besitztümer, Ansehen, Erledigungen. Wenn ich meiner eigenen Menschlichkeit Aufmerksamkeit schenke und auch meine Mitmenschen wieder besser wahrnehmen kann, komme ich wieder mehr in den jetzigen Moment zurück.


Nun sind es elf kleine Anregungen geworden und sicher gibt es noch viele mehr. Allen ist jedoch eins gemein: Es geht darum, wieder in die Gegenwart, in den Augenblick, der jetzt stattfindet, zurückzukommen. Das ist die Voraussetzung, um sich zu entschleunigen und der beste Weg, um aus einer schlechten Gewohnheit von Hektik und überfrachteter Zeit wieder herauszukommen. Die beste Hilfe ist hierbei, aufmerksam zu sein und zu akzeptieren, dass man trotz aller Hilfsmittel, Gedankenkonstrukte, Moden und Sehnsüchte immer noch zuallererst ein Mensch ist.

Wir erfinden und erschaffen Fabelwesen, Helden, Ideale und Maschinen aber wir selbst und der jetzige Augenblick sind so viel mehr als alles, was wir mit dem Geist erschaffen können. Wir werden vielleicht niemals so weise und ausgeglichen sein, wie ein jahrelang meditierender Mönch, eine seit langem betende Nonne oder wie große Gelehrte, die die tiefsten Einblicke erlangt haben. Aber wir können lernen, uns immer wieder einen Moment zum Innehalten zu nehmen und aus den Momenten werden neue Gewohnheiten, die uns dabei unterstützen, ein uns selbst gemäßeres Leben zu führen und wieder mehr Freude und Leichtigkeit im Alltag zu spüren.


Hier geht es zu Teil 1 mit Tipps zur Entschleunigung...

15 Juli 2015

Was entschleunigt? ° Teil 1


Wenn einen das Gefühl beschleicht, viel zu viele Dinge im Kopf zu haben, gar nicht mehr recht allem hinterher zu kommen und Anspannung und Gehetztheit sich breit machen, ist es höchste Zeit, einen Gang zurückzuschalten. Und wer kennt das nicht: Eine Pause oder eine Auszeit ist da, aber so recht abschalten kann man irgendwie doch nicht. Aber was konkret kann denn hier helfen, um aus dem Geschwindigkeitswahn aussteigen zu können? Dazu habe ich einige Anregungen zur Entschleunigung gesammelt, von denen ich hoffe, dass sie Dir nützlich sein mögen. Vielleicht findest Du ja das ein oder andere, das Du Dir zur Gewohnheit machen möchtest, denn hier kann das Gewohnheitstier in uns auch einmal sehr gute Dienste leisten.


Technische Geräte einmal beiseite lassen

Unterhaltungselektronik und allerlei technische Geräte sind eine feine Sache, jedoch fordern sie unsere Aufmerksamkeit und damit Kraft und Zeit, die vielleicht lieber einmal wieder aufgetankt statt abgegeben werden sollte. Sie lenken uns von uns selbst ab und ziehen uns aus dem gegenwärtigen Augenblick heraus, was kein Dauerzustand sein sollte, damit wir uns nicht selbst in einer Scheinwelt verlieren, in der kein natürliches Maß existiert. Schreib eine Karte statt einer E-Mail, bereite ein Mahl ohne Küchenmaschinen zu, lass Fernseher und Computer aus, es gibt tausend Möglichkeiten und es spart auch noch Strom und schont Batterien und Akkus.


Im Garten oder auf dem Balkon arbeiten

Viele Menschen entwickeln sich mit der Zeit zu leidenschaftlichen (Balkon)Gärtnern, weil sie durch den Kontakt mit der Natur, dem Buddeln in der Erde, dem Pflanzen und Gießen wieder das Gefühl bekommen, etwas Greifbares, Reales zu tun. Sich nach der Arbeit mit seinen Pflanzen zu beschäftigen, ist entspannend und man erkennt vielleicht auch wieder die „Langsamkeit des Lebens“. An den Blumen zu ziehen, damit sie
wachsen, nützt nichts. Jede Pflanze braucht einfach ihre Zeit zum Wachsen.


In Zeitlupe bewegen

Eine ganz einfache Übung, die nur wenige Minuten kostet, kann Dich schon wieder mehr zur Ruhe bringen. Setz Dich einmal auf einen Stuhl, schön aufrecht, damit Du gut und frei atmen kannst und vollführe sehr sehr langsame Bewegungen mit den Armen. Es muss keine ballerinenhafte Anmut sein, lass Deine Arme einfach nur wirklich langsam sein. Führe Deinen Atem nicht besonders, sondern lass ihn so sein, wie er jetzt ist und er kann sich auch in seinem Tempo beruhigen. Und wenn Du dabei die Augen schließt und die Reize der Außenwelt damit ausblendest, wirkt die Übung noch erfrischender.


Mit den Händen arbeiten

Egal, ob man handwerkelt oder sich einer Handarbeit widmet, ob man (ein)kocht, backt, bastelt, repariert, künstlert: Alles geht nur so schnell, wie man es jetzt vermag. Man kann Dinge Schritt für Schritt tun, sie wachsen langsam und es ist eine Freude, wirklich selbst etwas zu machen, für das man nicht auf eine Unterschrift, die Kollegen oder sonst jemanden warten muss. Ich selbst bestimme das Tempo und was getan werden muss und komme wieder bei meiner eigenen Geschwindigkeit an. Und es ist eine Freude, das Ergebnis der eigenen Hände Arbeit zu sehen. Möglicherweise erklärt auch dies, dass das Selbstmachen wieder sehr in Mode gekommen ist und Berge von Zeitschriften und Internetseiten über do it yourself und upcycling berichten.


Weniger vergleichen

Der Blick auf andere, die beliebter, jünger, erfolgreicher sind als man selbst, kann ein Ansporn sein aber auch unrealistische Wünsche freisetzen. So sein zu wollen wie andere, schenkt den anderen Aufmerksamkeit, die ich mir vielleicht lieber selbst öfter schenken sollte. Wenn ich mich anstrenge, um so wie ein anderer zu sein, missachte mich selbst und jage unter Umständen Zielen hinterher, die nicht zu meiner Person passen. Möglicherweise komme ich in Anspannung und Unruhe und verfange mich in Fantasien der Selbstoptimierung. Nichts gegen Verbesserungen, aber sie müssen mir gemäß sein. Wenn ich mich selbst verlasse, mich sozusagen im Stich lasse, verliere ich das Gefühl für meine Bedürfnisse und für das Jetzt.


Zeit mit Menschen verbringen, die einem wichtig sind

Einfach einmal wieder mit Freunden plaudern, ohne ein Problem lösen zu müssen. Oder ein schönes kleines Projekt gemeinsam machen, ob man ein Boot baut, sich gegenseitig bei irgendetwas hilft, zusammen Sport macht oder Musik – Hauptsache zusammen und nicht in Konkurrenz. Die Gesellschaft von Freunden und Familie zu genießen, ohne gefallen, rechtmachen oder einen Termin einhalten zu müssen, ist entspannend und bringt uns wieder in den jetzigen Augenblick zurück.


Hier möchte ich einen Schnitt machen, damit es nicht zu viel auf einmal wird. Das gute Portionieren ist im Sinne der Entschleunigung ja auch wichtig. Ich hoffe, Du bist auf den Geschmack gekommen, Dich einmal in Deinem Alltag nach Langsamkeits-Möglichkeiten für Dich umzusehen. Und vielleicht sind Dir auch schon einige Ideen gekommen, wie Du auf einfache Art immer einmal wieder aus Zeiten zu großer Geschwindigkeit aussteigen kannst. In nächsten Teil gibt es noch weitere Möglichkeiten zur Entschleunigung und ich freue mich, wenn Du dann wieder hereinschaust.

Hier geht es zu Teil 2 der Tipps zur Entschleunigung...


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