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01 Februar 2016

Die Stimme


Noch bevor ich die Augen aufschlug
Hörte ich diese Stimme, die sagte:
„Sing für mich!“
Singen, was sollte das sein?
Doch ich versuchte es
Bald kam da Klang und Melodie
Und ich formte meine ersten Worte

Dann bat sie:
„Tanzt du auch für mich?“
Obwohl ich noch keinen Schritt gegangen war
Erhob ich mich
Wiegte und drehte mich
Bewegte Arme, Hände, Füße
Immer schneller und mit mehr Geschick

Mit Begeisterung sprach sie:
„Nun erzähle mir Geschichten!“
Was sollte ich sagen, wovon sprechen?
Also ging ich los und schaute
Und erlebte und erlitt
Und dichtete und erzählte
Von allem was ich sah und was in mir war

Dann verlangte sie:
„Jetzt spring für mich!“
Zuerst ein wenig furchtsam
Doch immer beherzter
Sprang ich, wie ich noch nie gesprungen war
Bald hoch bis in den Himmel, bald in die tiefste Schlucht
Und über alles, was dazwischen lag

Sie lachte und rief:
„Liebe, liebe jetzt von ganzem Herzen!“
Lieben, was wusste ich davon?
Doch ging ich in die Welt
Und ich verlor mein Herz
Fand es im Feuer und in der Asche wieder
Bei Menschen und in allem um mich her

Nun forderte sie:
„Erschaffe etwas für mich!“
So dachte ich nach, lernte und brachte hervor
Was tief in mir zu warten schien
Unter Ringen und Freude
Unter Lachen und Tränen
Bis mir Herz und Kopf und Hände schwirrten

Dann fragte sie:
„Was kannst du mich lehren?“
Da fügte ich zusammen
Was mir begegnet war
Was zusammenzugehören schien
Was mir gehörte oder ich verloren hatte
Und ich staunte, wie viel Zeit vergangen war

Im heiteren Ton sang sie:
„Jetzt erinnere dich!“
Das war es, womit ich schon begonnen hatte
Und ich sah Menschen, hörte Worte
Sang und tanzte noch einmal im Geiste
Dachte über Liebe, Himmel, Schluchten nach
Und alles war wie ein seltsam buntes Lied

Ich wurde still und schaute auf
Sah ein Gesicht im Spiegel
Das alt war und dessen Augen leuchteten
Eine Hand nahm da die meine
Ein zarter Kuss traf meine Stirn
Und alle Altersschwere
Glitt ab von meinen Schultern

Irgendetwas lächelte und flüsterte:
„Danke, dass du nie ‚warum‘ gefragt hast
Dass du mir folgtest und vertrautest
Dass du mir treu geblieben bist
Mir jeden Wunsch erfülltest
Was für ein wunderbares Leben
Weil du dich hingegeben hast.“



Lebenslilie


18 Februar 2015

Eine etwas andere Fastenzeit



Die 40 Tage der Fastenzeit wird von vielen Menschen – auch außerhalb einer Glaubensrichtung – dazu genutzt, Körper, Geist und Seele durch Verzicht zu klären. Dieser Verzicht muss jedoch keineswegs Mangel bedeuten, sondern er kann dazu beitragen, wieder mehr zu sich selbst zurückzukehren. In diesem Weglassen können sich auch die Fragen stellen:


Wer bin ich eigentlich?

Was macht mein Leben wirklich aus?

Passt das Leben, das ich führe, tatsächlich zu mir?

Bin ich noch auf dem Weg, den ich mir für mich wünsche?

Was brauche ich für ein gutes Leben?

Was ist wesentlich für mich?



Diese so wichtigen Fragen gehen oft im Alltagsgetümmel unter und finden unter den vielen Dingen, die gerade anliegen, wenig Beachtung. Ob man sie vollständig und zufriedenstellend beantworten kann? Vielleicht nicht ganz, aber es lohnt sich doch, eine Annäherung zu versuchen oder einmal wieder zu überprüfen, ob sich mit der Zeit und der Lebenserfahrung etwas an den Antworten, die man sich einmal selbst gegeben hat, änderte. Dazu können auch einmal ein wenig andere „Diäten“ nützlich sein, die sich nicht auf das Naheliegende, wie Genussmittel, Vergnügen etc. beziehen. Vielleicht hast Du Lust, Dir diese Vorschläge anzuschauen? Möglicherweise ist das ein oder andere Interessante mit neuem Blickwinkel für Dich dabei, was Du einmal zur Klärung für Dich ausprobieren möchtest.





Weniger Internet

Das Internet ist eine hervorragende Informations- und Unterhaltungsquelle und kann die Gefahr bergen, beim Surfen ziemlich viel Zeit zu schlucken. Das „neugierige Äffchen“, das in uns allen steckt und das es liebt, zu lernen und Neues zu erfahren, wird dabei richtig munter. Hier können wir zwischen so vielen Inhalten wählen, dass der „Entscheidungsmuskel“, der schon tagsüber gut beansprucht wird, ganz schön angestrengt werden kann. Große Entscheidungen und auch kleine erfordern seelische Energie, mit der man vielleicht öfter Raubbau betreibt, als man denkt. Probiere doch einmal aus, weniger im Netz unterwegs zu sein und Dich in dieser Zeit Dir selbst zu widmen.


Weniger Handy, iPhone, Tablet & Co.

Eine lange Fahrt oder eine Wartezeit kann man ganz gut mit diesen Mitteln überbrücken, jedoch befindet man sich damit ständig in den “Leerzeiten” in einer anderen Welt. Das Jetzt, der Augenblick, zieht vorüber, ohne dass man ihn wahrnimmt. Möglicherweise ist der Moment nicht so bunt, wie das, was die kleinen Kästchen uns zeigen. Aber vielleicht würde der Augenblick, wenn man ihn einmal wahrnimmt, eine ganz eigene Botschaft oder Wirkung für uns bereithalten. Wie ist die Natur draußen vor dem Fenster? Wie fühle ich mich hier und warum fühle ich mich so? Ist diese Umgebung, diese Tätigkeit, dieses Ziel noch passend für mich? Vielleicht wird es zufriedenstellende Antworten geben, vielleicht macht sich aber auch Unruhe und Unwohlsein breit, die zeigen, dass es Zeit für Veränderung ist. Hier könnten sich wertvolle Gedanken einstellen.




Weniger Fernsehen

Es kann manchmal entspannend und unterhaltend wirken, abends vor der Flimmerkiste abschalten zu wollen. Jedoch läuft das Gehirn auf Hochtouren beim Verfolgen der Geschehnisse, auch wenn es nur eine Schnulze, ein Krimi oder ein netter Spielfilm ist. Die Seele weiß leider nicht, dass sie nur Geschichten erzählt bekommt und trägt viele Botschaften noch weiter mit sich herum, oft auch unbemerkt. Wie wäre es, den Fernseher zumindest an 4 Tagen pro Woche ausgeschaltet zu lassen und sich z.B. mit schöner, schlafvorbereitender Entspannung und Körper und Geist zu beschäftigen? Es wäre doch toll, sich selbst einmal vollendeter Gastgeber zu sein und nicht den elektronischen Unterhalter zu bemühen


Weniger Zeitung, Zeitschriften und Bücher

Manchmal erscheint es schon fast altmodisch, wenn man ganz undigital zu gedruckten Medien greift, aber sie gehören noch immer zum Alltag dazu. Was wäre, wenn man sich einmal nicht der Flut von Informationen, Meinungen, Geschichten und Werbungen aussetzt? Wird man unruhig, weil man an vermeintlich wichtigen Dingen nicht genug Teil hat? Erscheint das eigene Leben plötzlich weniger amüsant oder aufregend? Ein bisschen Selbstbeobachtung könnte vielleicht ganz interessante Gefühle und Gedanken zutage fördern, die es sich lohnt, wahrzunehmen. Wer weiß, welche Bedürfnisse für das eigene Leben oder vielleicht sogar andere Werte plötzlich klarer werden, die man über die vielen Infos und vermeintlichen Wichtigkeiten fast vergessen hat.


Weniger Radio und Konserven-Musik

Gehörst Du zu den Menschen, die gern als erstes morgens das Radio einschalten oder die mit Kopfhörern oder Knopf im Ohr durch den Tag gehen? Dann könnte ein wenig mehr Stille Dir Gedanken oder Erfahrungen schenken, die sonst in Deinem Alltag keine Chance haben, zu Dir durchzudringen. Oder wie wäre es, einmal wieder selbst Musik zu machen oder anderweitig ein bisschen herumzukünstlern? Einfach aus Freude, ohne Druck, einmal dem Ausdruck geben, was Dir aus Dir selbst heraus in die Finger fließt. Ausdruck anstatt Eindrücke – wäre hier das Zauberwort, damit Du nicht nur Fremdes aufnimmst, sondern wieder Deine eigenen Gedanken und Seelenbewegungen etwas mehr wahrnimmst.


Weniger einengende Kleidung

Kleider machen Leute, das ist altbekannt. Häufig haben unsere Kleider auch etwas mit der Rolle zu tun, die wir über die Zeit eingenommen haben. Aber gibt es jenseits dieser Rolle oder dieses Selbstbildes, das wir uns zuschreiben, noch etwas Anderes? Wir Menschen sind so vielfältig und haben die überraschendsten Eigenschaften und Fähigkeiten, die wir manchmal noch gar nicht entdeckt haben oder uns zuerkennen. Vielleicht ist es auch einmal sinnvoll, die eigene Rolle durch leicht veränderte Kleider aufzulockern, z.B. andere, hellere Farben, weniger eng und steif, bequemere Schuhe für ein anderes „Auftreten“. Mitunter macht eine äußere Veränderung es leichter, das eigene, vielleicht sogar erstarrte, Muster, zu entdecken und ein wenig zu lösen.




Wozu soll das Ganze gut sein?


Das Verzichten oder der Versuch, etwas anders zu machen als sonst, schärft die Sinne wieder mehr und die Wahrnehmung dafür, wer oder was man eigentlich glaubt zu sein oder darstellen zu müssen. Selbstbeobachtung ist ein Segen, wenn man diese Fähigkeit auch immer wieder übt und anwendet. Sie bewahrt uns davor, in eine vollkommen falsche Richtung zu gehen oder zu einem Menschen zu werden, der man überhaupt nicht sein möchte.

Sich selbst ein wenig aus der Bahn zu werfen und einmal außerhalb der lieben, gewohnten Wege zu gehen, fördert zudem die Kreativität im Umgang mit uns selbst und unserem Leben. Der – leider schon etwas abgenudelte – Begriff: Verlassen der Komfortzone, kann uns wieder mehr mit uns selbst in Verbindung bringen und uns Möglichkeiten eröffnen, Neues zu erleben, Altes neu zu erleben und uns auszuprobieren. Dann laufen wir auch nicht so sehr Gefahr, in Erstarrung und Scheuklappen-Denken zu geraten und in Selbstgerechtigkeit zu versinken.

Hier möchte ich das Stichwort „Erstarrung“ ein wenig herausgreifen. Ein erstarrter Mensch kann nicht mehr schwingen, d.h. er kann nicht mehr mit sich selbst und der äußeren Welt in gute Resonanz treten. Er kann sich nicht auf das tatsächlich jetzt Vorgehende einlassen, bevor er nicht in seinen Schubladen eine ähnliche Situation gefunden hat, nach deren Muster er reagieren kann. Er kann sich und anderen keine Veränderung und kein Wachstum zugestehen. Und ein sehr trauriger Gedanke dabei ist auch, dass eine erstarrte Persönlichkeit leichter bricht, denn ihr ist die Weichheit, das Mitfühlen (Mitschwingen) und die Freude an den Erstaunlichkeiten und Wundern des Lebens verloren gegangen.

Und, hast Du Lust bekommen, durch Weglassen von Altem und Gewohntem ein bisschen mehr Platz für Dich zu schaffen? Sind Dir noch andere Ideen gekommen, was Du um Deiner selbst willen sein lassen könntest? Dann ist jetzt eine gute Zeit dafür, Dich darin auszuprobieren, denn falls Deine Umwelt Erstaunen oder Unwillen zeigt, kannst Du mit einem fröhlichen Grinsen sagen: Ich faste jetzt! Wer weiß, vielleicht kommen dann auch andere auf den Gedanken, sich mit diesem Thema zu befassen. Ich wünsche Dir interessante Erfahrungen und Erlebnisse in diesen 40 Tagen vom Aschermittwoch bis zum Ostersamstag und hoffe, dass sich für Dich gute Gedanken oder sogar schöne Veränderungen ergeben.

11 Januar 2015

Ein guter Vorsatz fürs neue Jahr


Woher kommt eigentlich diese Eigenart der Neujahrsvorsätze? Was wollen wir damit erreichen? Was immer es an Klassikern gibt – abnehmen, mit dem Rauchen aufhören, endlich Sport machen, einen Liebsten oder eine Liebste finden, einen besseren Job finden etc. – man kann es doch vielleicht auf einen Nenner bringen. Wenn ich X erreiche, dann wird mein Leben besser! Dann werde ich beliebter, erfolgreicher, gesünder, attraktiver… Kann man denn sicher sein, dass damit das Leben besser wird?

Man könnte sich ja auch die Frage stellen: Woran merke ich denn, dass mein Leben besser wird? Kann man das messen? Möglicherweise sucht man aber nach einer Qualität, die man weder messen, wiegen noch zählen kann, nämlich das Glück selbst. Das Glück jenseits aller Bedingungen und Selbstoptimierung, denn dieses „wenn – dann“ geht ja häufig ziemlich schief und ist eine recht zeitaufwändige Angelegenheit.

Hier könnte man doch einmal etwas Anderes ausprobieren. Wie wäre es mit:

„Tu mehr Dinge, die Dich glücklich machen!“


Tu einfach Dinge, bei denen Dein Herz lächelt. Dinge, bei denen Du die Zeit vergisst. Dinge, zu denen Du plötzlich viele Ideen, Bilder, Melodien vor Auge und Ohr hast. Tu etwas, bei dem Du unbeschwert und fröhlich oder sogar ausgelassen bist. Tu Dinge, bei denen Du Dich innerlich leichter und größer fühlst.

So einfach soll das sein? Gegenfrage: Warum nicht? Wenn ich glücklich bin beim Singen, Tanzen, beim Wandern, im Zusammensein mit lieben Menschen, in der Natur, beim Arbeiten mit den Händen und so weiter, kann ich es doch einfach tun. Das, was mich daran hindert, bin im Grunde nur ich selbst.

„Ich habe keine Zeit“ gilt nicht, denn man kann sich durch ein wenig organisatorisches Geschick Zeit schaffen. Wenn ich zum Zahnarzt gehen muss, hole ich mir einen Termin. Das geht ja auch. Dann müssen die lieben Mitmenschen auch einsehen, dass dies notwendig ist. Warum soll also mein Glücksgefühl nicht wichtig sein? Nebenbei bemerkt, werden die anderen auch spüren, wenn Du ausgeglichener und fröhlicher bist und das wird ihnen sicherlich keinen Kummer bereiten.

„Ich kann aber nicht gut singen (tanzen, basteln, schreiben …)“ Wozu beurteilen, wenn Dir das Tun an sich einfach Spaß macht? Der Vorsatz, eine Aretha Franklin, ein Nurejew, ein umschwärmter Aktionskünstler oder ein Goethe zu sein, ist ja nicht gefragt. Davon abgesehen gäbe es z.B. keine Chöre und die Spezies Tanzlehrer würde aussterben, wenn nur die größten Talente sich bei ihnen einreihen dürften.

„Ja, was bringt das denn?“ Willst Du partout etwas Messbares haben? Dann schreib jetzt etwas über Dein Lebensgefühl auf, über die Anzahl von Menschen, mit denen Du Dich wohl fühlst, über Deine Laune, Deine Lust, morgens aufzustehen etc. Heb den Zettel in einem Umschlag auf, verlebe ein Jahr mit regelmäßigem glücklichem Tun und lies am Ende des Jahres, was Du zuvor aufgeschrieben hast. Vergleiche einmal, wie es Dir jetzt geht.

„Aber ich muss doch so viele Dinge erledigen!“ Ist Leben ausschließlich eine Aneinanderreihung von Erledigungen? Wir haben das Glück, ein Menschenleben geschenkt bekommen zu haben und nicht das einer Ameise. Und wenn wir nicht der nächsten Generation auch einmal vorleben können, dass Freude ebenfalls einen Platz im Leben haben darf, wohin wird sich die Welt dann entwickeln?

„Sich um eigene Freude und Spaß zu kümmern, ist egoistisch.“ Hier wäre es notwendig, sich zu fragen, ob ein freudiges, gelingendes Leben auf einem moralinsauren Boden überhaupt gedeihen kann. Einem jedem Menschen sei doch ein wenig Glück gegönnt, der eigenen Person eingeschlossen.

Was bedeutet eigentlich glückliches Tun? 

Dieses Tun an sich macht glücklich, wenn z.B. kein „um zu“ dahinter steht. Wenn es absichtslos und in aller Unschuld passiert. Unschuld? Ja, tatsächlich. Wenn ich etwas tue, um meine Gesundheit zu verbessern, habe ich eine Schuld meinem Körper gegenüber auszugleichen. Wenn ich etwas anfertige, um andere zu beeindrucken, dann scheine ich ihnen einen Beweis schuldig zu sein, ein guter, begabter, fleißiger Mensch zu sein. Wenn ich mein Tun immer der Nützlichkeit unterwerfe, arbeite ich wiederum eine Schuld den anderen gegenüber ab. Wenn ich lauthals schreien muss "jetzt bin ich auch mal dran!!", bin ich es mir in der Vergangenheit schuldig geblieben, mir Raum zu schaffen und muss mir diesen jetzt nehmen (von wem?).

Wenn ich die Frage stelle, ob ich ein Recht darauf habe, einfach nur glücklich zu sein, wird es  schwierig. Was genau muss ich denn erleiden, verdienen, erbringen, um glücklich sein zu dürfen? Wer urteilt darüber? Hier steht das Urteil wieder im Weg, die berühmte, mit großer Treffsicherheit unglücklich machende Bewertung. Hinzu kommt der Trugschluss, sich Glück verdienen zu können. Dann ist es aber kein Glück sondern eine Belohnung, vor der gewisse Bedingungen stehen. Belohnung ist nicht verkehrt, hat aber ihrer Natur nach nicht die Qualität der Freiheit, Zeitlosigkeit und der tiefen Herzensfreude, die sich einstellt, wenn wir uns selbst und die Welt auch einmal vergessen können.

Wir erhaschen mit dem glücklichen Tun ein Stück friedliche Ewigkeit, betreten wieder einmal die Heimat der Seele, in der man einfach nur ist, wer man eben ist. Das geheimnisvolle „einfach Sein“ findet hier statt und man kann die Vertrautheit und Geborgenheit in sich selbst genießen. Hier gibt es kein etwas-Wert-Sein, keine Unterscheidung, keine Termine. Hier gibt es etwas, das so kostbar ist, dass man es mit keinem Maß der Welt erfassen kann, nämlich Glück. Dieses "unfassbare" Glück ist etwas, das man nicht machen oder haben kann, sondern man kann es erfahren und glücklich sein.


In diesem Sinne wünsche ich Dir ein glückliches neues Jahr!


18 Dezember 2014

Güte – eine Erinnerung an eine in Vergessenheit geratene Eigenschaft


Wenn man das Wort Güte hört, hat man häufig das Bild eines älteren Menschen vor Augen, der mit freundlicher Nachsicht durch die Brillengläser blinzelt und in dessen Stimme Mitgefühl und Vergebung mitschwingt. Das Ergebnis eines langen Lebens, in dem auch Bedächtigkeit und das Wissen um die menschliche Natur ihren Platz gefunden haben. Aber was bedeutet diese altmodisch anmutende Eigenschaft eigentlich?
Dazu fand ich ein paar interessante Definitionen, die ich Dir einmal vorstellen möchte:


Die innere Haltung der Großmut, den Mitmenschen in seinen Möglichkeiten und Fehlern gelten zu lassen und ihm zur Seite stehen; auch der einer Sache oder Ware zuerkannte Wert, auf Grund dessen sie als erstrebenswertes Gut gilt
Brockhaus Lexikon

Güte, die: (auf seine Mitmenschen gerichtete) milde, freundliche, von Wohlwollen und Nachsicht bestimmte Gesinnung
Duden, Das Bedeutungswörterbuch

Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft;
Liebevolle, warmherzige Wesensart, rücksichts- und verständnisvolle Gesinnung
www.fremdwort.de



Milde, Wohlwollen, Nachsicht, Verständnis – Eigenschaften, die wir als wertvoll betrachten und die verloren zu gehen scheinen, wenn man sich unsere schnelllebige, erfolgs- und konkurrenzorientierte Lebensweise vor Augen hält. Ist das wirklich so? Werden diese Wesenszüge tatsächlich immer weniger oder schauen wir nur nicht mehr genau hin und bemerken sie weniger? Zugegeben, es sind keine auffälligen Eigenschaften, die uns per Werbebotschaften gebetsmühlenartig eingetrichtert werden. Erfolg muss der Mensch haben, jugendlich, gesund und schön aussehen, Status muss erreicht werden und Macht, man muss Charme haben, Charisma und sich durchsetzen können. Das kennen wir ja zur Genüge. Aber was ist mit den leiseren, weniger augenfälligen Dingen im Leben?

Die Güte des Menschen ist eine Flamme, die zwar versteckt, aber nicht ausgelöscht werden kann.
Nelson Mandela


Hinschauen scheint mir das Zauberwort zu sein. Ein Beispiel? An einem Sonntag in der U-Bahn, ein Tag, an dem die Menschen ohnehin etwas entspannter sind, verfolgte ich eine kleine Begebenheit. Eine alte Dame, schon frühzeitig an der Ausstiegstür stehend, bat einen jungen Mann, ihr doch beim Verlassen der Bahn zu helfen. Der junge Mann sagte es ihr zu und meinte: „Da ist ja noch eine Treppe nach unten. Ich muss auch aussteigen und dann machen wir das mit der Treppe zusammen, ja?“ Die Dame schaute ihn zuerst ungläubig an und folgte ihm dann mit einem noch etwas verwirrten Lächeln. So viel Freundlichkeit auf einmal ist man ja gar nicht mehr gewöhnt. Der junge Mann hatte ihr aber nicht nur seine Hilfe angeboten. Mit seiner Formulierung „dann machen wir das zusammen“ hat er ihr Gemeinschaft und vor allem Würde angeboten, die sie nicht als hilflose Frau dastehen ließ. Der junge Mann versteht etwas von Güte und hat sie in einer so kleinen Situation auf großartige Weise gezeigt.

Ein bisschen Güte von Mensch zu Mensch ist besser als alle Liebe zur Menschheit.
Richard Dehmel, dt. Dichter


Später stieg ein älteres, beleibtes Paar mit einem kleinen Mädchen zu. Vielleicht waren es die Großeltern, die ihre Enkelin abgeholt hatten und sie trugen eine große Reisetasche, die offensichtlich schwer war. Sie fanden Sitzplätze im hinteren Bereich – es waren die letzten im Abteil – und die Tasche war im Weg. Hier nahm ihnen eine junge Frau, die wie eine Studentin aussah, ohne viel Federlesens die Tasche ab und hielt sie auf ihrem Schoß, bis die Herrschaften mit der Kleinen aussteigen mussten. Das ältere Paar war sehr dankbar über die Freundlichkeit, denn einen Sitzplatz, der ausgereicht hätte, hatten sie ja. Die junge Frau hat ganz offensichtlich mitgedacht und ihnen die Fahrt erleichtert. Sie hat einfach akzeptiert, dass es den Großeltern mit Tasche und Körperfülle eng wurde und hat ganz unkompliziert Abhilfe geleistet.

Wie dem Geiste nichts zu groß ist, so ist der Güte nichts zu klein.
Jean Paul


Es sind so kleine Dinge, die die Menschen füreinander tun können und sie können eine so schöne Wirkung haben. Und man braucht wirklich kein geschulter Sozialpädagoge oder Alltagsbegleiterin mit Ausbildungsschein zu sein, um solche Dinge geben zu können. Den Freunden, den Bekannten, den Fremden, man kann im Grunde immer eine Situation finden, in der man einem Menschen zeigen kann, dass man ihn anerkennt und unterstützt. Der Freundin, die sich erst einmal ausmeckern muss, weil sie eine Auseinandersetzung bei der Arbeit hatte. Dem Kollegen, der etwas langsam und übernächtigt ist und nicht geordnet und in ganzen Sätzen spricht. Der Nachbarin, die nicht mehr gut zu Fuß ist und die Heimkommenden im Treppenhaus aufhält. Irgendjemandem, der vollgepackt mit Einkäufen durch ein Gebäude gehen muss und anderen mit seinen Tüten zu nah kommt. Der Trainerin, die zu spät kommt, weil sie im Stau steckte. Es gibt viele Situationen, in denen wir unseren Mitmenschen gütig gegenübertreten können. Das heißt ja nicht, wir geben der Welt einen Freifahrtschein, um auf uns herum zu trampeln und unsere Grenzen zu verletzen. Aber vielleicht ist es ab und zu möglich, den anderen Menschen einfach einmal ein bisschen genauer anzusehen und sich vorzustellen, wie es einem selbst wohl an seiner Stelle gehen würde.

Güte beim Denken erzeugt Tiefe, Güte beim Verschenken erzeugt Liebe, Güte in den Worten erzeugt Wahrheit.
Laotse


Wenn man sich einen gütigen Menschen einmal genauer ansieht, wird man feststellen, dass er irgendwie anziehend, vielleicht sogar schön wirkt durch das, was er ausstrahlt. Die Außenwirkung ist natürlich prima und die drumherum Anwesenden schauen mit warmem Herzen, manchmal sogar bewundernd auf eine Person, die Güte ausstrahlt. Aber welche Schönheit mag wohl IN einen gütigen Menschen herrschen, dass er sie nach außen tragen kann? Welche Wärme mag in einem solchen Menschen sein, sodass sich auch andere daran wärmen können? Ist das ein besonderer Mensch? Nein, ganz bestimmt nicht. Die Dinge, die ein gütiger Mensch tun kann, kann jeder tun. Und jeder kann diese Schönheit und Wärme in sich selbst spüren und erzeugen, weil Güte eine ureigene menschliche Eigenschaft ist. Man muss eben nur hinschauen und selbst auf gütige Weise denken oder handeln, auch sich selbst gegenüber. Man muss nur hinschauen, um sie im Alltag zu entdecken und sich von ihr inspirieren zu lassen. Güte kann die Seele vor Bitterkeit und Bosheit bewahren, weil sie größer ist als ein begrenzendes, verletzliches Ego, das sich vor der Welt schützen muss und sich in Wertungen und Vergleichen verliert.


18 Oktober 2014

Die 80%-Woche ° Erlebnisse und Ergebnisse

„Ich bin dabei“, stand am vergangenen Samstag schon so schön in den Kommentaren. Stichworte wie: Eiseimer oder "ich weiß schon, was ich nehme" oder challenge waren zu lesen und auch ein leichter Anklang von „au weia…“ war dabei. Nun geht es ans Berichten.

Vor einer Woche habe ich Dich und Euch dazu eingeladen, eine 80%-Woche zu starten und Euch dabei eines Themas anzunehmen, bei dem Ihr wisst, dass Ihr gern und immer 100% gebt. Hier ging es ja darum, einmal zu beobachten, wie es uns damit ergeht, wenn wir versuchen, ein bisschen weniger (schnell) zu tun, zu sagen oder zu geben. Nein, es geht nicht um ein Leben mit angezogener Handbremse sondern um eine Art Achtsamkeitsübung. Welche Gedanken und Gefühle kommen dabei hoch, welche Erlebnisse hat
man im Augenblick des Reduzierens und Verlangsamens? Geht das glatt und einfach oder meldet sich ein Widerstand oder eine innere Stimme zu Wort? Es wäre wunderbar, wenn Ihr Lust habt, den ein oder anderen Gedanken per Kommentar hier zu teilen. Das geht auch sehr schön anonym, wenn dies Dir angenehm ist. Aber nun will ich mal berichten.

Mein Thema hieß für diese Woche, langsamer zu werden: Ein bisschen langsamer herumlaufen, die Dinge, die ich zu erledigen habe, mit weniger Geschwindigkeit zu tun. Ich gebe zu, dass ich zu denen gehöre, die von trödelnden Leuten auf dem Weg vor ihnen etwas genervt sind. Ich werde unruhig, wenn ich bei jemandem Betulichkeit, Umständlichkeit oder Schwerfälligkeit bemerke und am meisten bei mir selbst. Wenn ich etwas vergesse und einen Weg zweimal laufen muss – wer es nicht im Kopf hat, muss es in den Beinen haben – kommt schon ein wenig Ärger über mich selbst auf. Ich erinnere mich daran, dass ich vor Jahren Schwierigkeiten mit einem Fuß hatte, durch die ich gezwungen war, langsamer zu gehen und habe noch vor Augen, dass ich mit den älteren Herrschaften und den ebenfalls Fußlahmen auf der Verkehrsinsel stand, weil ich nicht in einer Grünphase über die Straße kam – viel zu langsam, schrecklich!

Wenn es einfach passiert, ist das eine Sache. Wenn ich es aber bewusst entscheide und tue, ist es eine komplett andere, wie ich in dieser Woche gelernt habe. Ich verstoße gegen alte, innere Regeln und schon taucht ein Zwiespalt und damit Unwohlsein auf. Unterhaltsam war, dass es beim Gehen mit imaginierter Musik im inneren Ohr ganz gut klappte, einfach langsamer zu gehen. Aber dann kam schon schnell Hektik in mir auf, wenn ich eine Ampelphase oder eine Bahn zu verpassen drohte. „Schnell, beeil dich“, rief es automatisch in mir, aber ich hielt stand. Leute zogen an mir vorbei oder mussten um mich herumgehen, um schnellen Schrittes vorwärts zu kommen.

Und dann wurde es richtig interessant, denn ich kam mir zum einen vor wie ein Hindernis, das den anderen im Weg ist. Ein unangenehmes Gefühl, an dem ich meine Konditionierung sehe, mich mit dafür verantwortlich zu halten, dass es läuft und flott vorwärts geht und zwar möglichst immer. Zum anderen ließ Überholt zu werden, das Gefühl von Schwäche in mir hochkommen: So jung und fit wie die anderen bin ich nicht mehr, ich falle wohl zurück, werde ich jetzt alt? Wie seltsam, dass ich ins Vergleichen verfiel und diese Gedanken auftauchten, obwohl ich doch bewusst entschieden hatte, langsamer zu sein. Unruhe und eine leichte Unsicherheit machte sich außerdem breit, denn ich war aus dem gewohnten Trott ausgetreten. Ich haste nicht, wie die anderen. Ich laufe nicht geschäftig und offensichtlich auf ein Ziel orientiert los.

Es ging also raus aus der Gewohnheit, raus aus der Komfortzone und auch um das Vorzeigen, dass ich, ebenso wie die anderen, zu tun habe und nicht flaniere, während andere beschäftigt sind. Anscheinend ist es mir auch wichtig, ebenso wie die anderen, immer ein Ziel zu haben und keine Zeit zum Daddeln. Schließlich bin ich ebenso wenig abkömmlich wie die anderen auch. „Halten Sie mich nicht auf, ich bin gefragt und muss dringend zu einem Termin.“ Ein herrliches, sicheres Gefühl von Selbstwert, Zielrichtung und Selbstbewusstsein und offenkundig dazuzugehören, nicht wahr? „Erwischt“, dachte ich und musste über mich selbst grinsen. Natürlich ist nichts dagegen einzuwenden, ein ausgefülltes Leben, Ziele und Termine zu haben. Aber dieses "ebenso wie andere" ist schon interessant. So kann sich Gemeinschaft also auch bemerkbar machen.

Aber als ich die gewohnheitsmäßige Geschwindigkeit, Ungeduld und das Unwohlsein zur Seite schieben konnte, habe ich die Augen wieder offener gehabt. Wie immer natürlich für die kleinen, schönen, erstaunlichen Dinge und zwar nicht nur in offensichtlich schöner Umgebung sondern auch in Betonschluchten, auf großen Kreuzungen, in spartanischen Umgebungen. Ich habe es wieder mehr gesehen, bekam gleich bessere Laune, lächelte, machte ein Kompliment, hatte einen netten Smalltalk, bekam eine tolle Buchempfehlung von einer Fremden und war ganz erstaunt, wie unangestrengt es einfach passiert, freundlich, gelassen und aufmerksam zu sein. Dazu muss ich mir nur erlauben, auch einmal langsamer zu sein, gegen eigene Gewohnheit und Automatismus zu handeln und mir Zeit zu nehmen. Und ich kann versichern, dass ich meine Ziele und Termine ebenso gut erreicht habe wie sonst auch.

Ein besonderer Sonnenstrahl war eine plötzliche, ganz alte Erinnerung an meine Urgroßmutter, die mir einmal sagte: „Nur Diener und Diebe rennen, Herrschaften schreiten“. Mir ist ganz warm ums Herz geworden, als ich ihr liebes, faltiges Gesicht dabei vor mir sah. Ein so schönes Geschenk, einfach, weil Platz und Zeit dafür da war. Eine Herrschaft wird aus mir wohl nicht werden - verzeih mir bitte, Oma - aber ich habe mir vorgenommen, wieder mehr auf meine Geschwindigkeit zu achten. Das Unwohlsein, die Ungeduld und ein leichtes Flattern des Selbstwertgefühls werde ich aushalten und mir auch mal ein bisschen näher ansehen. Aber ich habe so Einiges Schönes dafür geschenkt bekommen, ein klein wenig mehr Zufriedenheit und Ruhe im Alltag, sodass ich diese 20% weniger immer mal wieder in mein Leben bewusst einbauen werde. Ich entscheide darüber und nicht die anderen oder die Umstände. Ich bin eher mein eigenes Hindernis und habe es somit selbst in der Hand, etwas zu ändern.

Und wie war es bei Dir? Was hast Du mit Dir selbst und anderen erlebt? Gibt es von Erkenntnissen oder Anekdoten zu berichten? Lass von Dir lesen…

11 Oktober 2014

Herausforderung: Die 80%-Woche

Wie gut kennst Du Dich eigentlich, wenn es um Deine Gewohnheiten und Ansichten über Dich selbst geht? Kennst Du auch diese innere Stimme, die das Beste von Dir verlangt? Nein, es muss nicht dieser Film vom erfolgreichen, karriereorientierten Leistungsmenschen sein, in dem Du die Hauptrolle spielst oder den Du bei anderen belächelst. Vielmehr geht es darum, einmal zu beobachten, was passiert, wenn Du einmal eine andere Haltung einnimmst und Dinge anders tust als sonst.

Wir wollen dabei nicht heraufbeschwören, dass wir ja alle oft müde und überlastet sind und das Gefühl haben, die Zeit reiche nie und wir müssen immer so schrecklich viel tun. Es geht auch nicht um Verzicht und Mäßigung oder darum, ein besserer Mensch zu werden. Es geht darum, uns selbst einmal auf die Schliche zu kommen und die Beobachtungsgabe für uns selbst zu schärfen, wo und wann das Gewohnte aufhört und das „So-geht-das-aber-nicht“ anspringt. Ein paar Beispiele im Alltag? Hier kommen sie:




+ Du gehst flotten Schrittes durch den Tag. Menschen, die Dir vor den Füßen herumzotteln, nerven Dich, Du magst das Warten am Bahnhof, an der Bushaltestelle, an der Kasse nicht. Die anderen sind zu langsam und Du schaust, dass Du Dinge schnell und effektiv erledigst und Verzögerungen vermeidest.
Deine Aufgabe: Mach alles einmal für diese Woche um etwa 20% langsamer. Wie ergeht es Dir damit?

+ Du räumst Deiner Familie viel hinterher, erledigst den Haushaltskram, siehst zu, dass jeder zur rechten Zeit am rechten Ort ist und erinnerst Deine Lieben an so Manches, was für sie selbst oder für Euch alle geschehen muss. Es muss aufgeräumt und sauber sein und der Laden soll laufen.
Deine Aufgabe: Denk mal 20% weniger an andere und für andere mit. Bleib mal sitzen, wenn etwas zu tun ist. Wie hältst Du es durch?

+ Du machst im Job häufig Überstunden, schaust alles, was Du gemacht hast, noch zwei Mal durch, damit es auch wirklich korrekt ist. Man kann Dich oft fragen und Du hast eine Antwort oder einen Vorschlag parat. Du hilfst aus und machst Sachen auch bis zum Ende.
Deine Aufgabe: Lass die anderen mal in 20% der Fälle selbst machen und sag auch: „Das weiß ich jetzt nicht.“ Liefere die Ergebnisse gut genug zur rechten Zeit oder lass etwas für den nächsten Tag. Bleibst Du sicher und im Gleichgewicht?

+ Du achtest auf Dein Äußeres. Du schaust immer mal wieder in den Spiegel, die Kleider müssen gut sitzen, modisch und geschmackvoll sein. Speckröllchen, Fältchen oder Pickel soll man nicht sehen. Oder Du trägst nur bequeme, nicht zu auffällige Sachen, die alle anderen auch tragen würden
Deine Aufgabe: Lass in dieser Woche für ungefähr 20% fünfe gerade sein und erlaube Dir Knittern, einen Tag später mit der Haarwäsche oder – im bequemen, unauffälligen Muster - mal schickere Kleider und hellere Farben. Fühlst Du Dich wohl und sicher in Deiner Haut?

+ Du erzählst gern, bist häufig mit Menschen im Gespräch und selten um eine Antwort verlegen. Gesprächspausen überbrückst Du gut und zum Nachdenken benutzt Du gern Füllwörter „irgendwie“, „na ja“, „zumindest“, „keine Ahnung“ etc. Oder Du hast Sprachgewohnheiten bei denen Du Gutes oder Schlechtes immer mit den gleichen Wendungen bezeichnen.
Deine Aufgabe: Mach weniger Worte, lass Füllworte weg, riskiere ein Schweigen und benutze mal andere Worte. Wirst Du innerlich unruhig und wenn ja, wie schnell geht das?

+ Du bist jemand, der oder die gern den Freunden, Kollegen, der Familie das „kleine bisschen Mehr“ gibt. Eine kleine Aufmerksamkeit, eine nette Mail, Du rufst immer gleich zurück und hörst zu, auch wenn jemand weitschweifig erzählt. Du bist noch verständnisvoll, wenn jemand über Kleinkram jammert und hörst auch Leuten zu, die Du nicht sonderlich magst.
Deine Aufgabe: Sei mal in 20% der Fälle nicht erreichbar, ruf später zurück und sei nicht immer die soziale Verbindung. Mögen Dich die anderen noch immer und magst Du Dich selbst?

+ Du bist viel unter Leuten und hast eigentlich immer etwas um die Ohren. Es gibt Dinge zu tun, Leute zu treffen, Du hast viele Interessen, liest gern, bist kulturell unterwegs und schaust Fernsehen. Dein Geist ist wendig, braucht Anregung und hat Spaß an Wissen und Unterhaltung.
Deine Aufgabe: Lass einmal 20% Schweigen in Dein Leben mit fersehfreien Abenden, Zeit ohne Pläne und Verabredungen, kein Buch und keine Zeitung vor der Nase. Wann fängt Dein Geist an zu plappern? 


Es könnte interessant sein, zu sehen, was mit einem selbst passiert, wenn man sich ein kleines bisschen anders verhält als sonst. 20% sind eine Kleinigkeit, die zu schaffen ist aber ungewohnt genug, dass es bemerkbar ist. Und die Aufmerksamkeit tut ihr Übriges, damit sich ein paar Dinge zu Wort melden und Erkenntnisse bringen können. Vor allem wird sicher das „Wann“ erstaunlich sein, nämlich, wann das erste Urteil daher kommt, wie: „nein, das ist jetzt doof“, „jetzt passt es nicht“, „ich brauche sowas nicht“ usw. Dann geht es nämlich schon los mit der Herausforderung ;-)

Wie sieht’s aus, hast Du Lust, Dich der 80%-Woche zu stellen? Nimmst Du die Herausforderung an? Ich melde mich am kommenden Samstag wieder und werde auch berichten, wie es mir ergangen ist. Und ich freue mich, wenn Du Deine Erlebnisse und Erkenntnisse mit uns teilen magst.

Hab eine interessante 80%-Woche und bis zum 18. Oktober…

04 Oktober 2014

Desiderata ° Max Ehrmann



Gehe gelassen inmitten von Lärm und Hast
und denke an den Frieden der Stille.
So weit als möglich, ohne dich aufzugeben,
sei auf gutem Fuß mit jedermann.
Sprich deine Wahrheit ruhig und klar aus,
und höre Andere an,
auch wenn sie langweilig und unwissend sind,
denn auch sie haben an ihrem Schicksal zu tragen.

Meide die Lauten und Streitsüchtigen.
Sie verwirren den Geist.
Vergleichst du dich mit anderen,
kannst du hochmütig oder verbittert werden,
denn immer wird es Menschen geben,
die bedeutender oder schwächer sind als du.
Erfreue dich am Erreichten und an deinen Plänen.

Bemühe dich um deinen eigenen Werdegang,
wie bescheiden er auch sein mag;
er ist ein fester Besitz im Wandel der Zeit.
Sei vorsichtig bei deinen Geschäften,
denn die Welt ist voller Betrügerei.
Aber lass deswegen das Gute nicht aus den Augen,
denn Tugend ist auch vorhanden:
Viele streben nach Idealen,
und Helden gibt es überall im Leben.

Sei du selbst.
Täusche vor allem keine falschen Gefühle vor.
Sei auch nicht zynisch, wenn es um Liebe geht,
denn trotz aller Öde und Enttäuschung verdorrt sie nicht,
sondern wächst weiter wie Gras.

Höre freundlich auf den Ratschlag des Alters,
und verzichte mit Anmut auf die Dinge der Jugend.
Stärke die Kräfte deines Geistes,
um dich bei plötzlichem Unglück dadurch zu schützen.
Quäle dich nicht mit Wahnbildern.
Viele Ängste kommen aus Erschöpfung und Einsamkeit.
Bei aller angemessenen Disziplin,
sei freundlich zu dir selbst.

Genau wie die Bäume und Sterne,
so bist auch du ein Kind des Universums.
Du hast ein Recht auf deine Existenz.
Und ob du es verstehst oder nicht,
entfaltet sich die Welt so wie sie soll.

Bleibe also in Frieden mit Gott,
was immer er für dich bedeutet,
und was immer deine Sehnsüchte und Mühen
in der lärmenden Verworrenheit des Lebens seien –
bewahre den Frieden in deiner Seele.

Bei allen Täuschungen, Plackereien und zerronnenen Träumen
ist es dennoch eine schöne Welt.
Sei frohgemut.
Strebe danach, glücklich zu sein.


 
Max Ehrmann, "Desiderata" oder "Lebensregel von Baltimore", 1927
Übertragung von Heiko Haller

30 Juli 2014

Neue Rubrik bei der Lebenslilie ° E-Cards


Es gibt seit heute eine neue Rubrik bei der Lebenslilie, nämlich E-Cards zum Download. Es ist eine Sammlung aus Sprüchen und Gedichten zur Entspannung, Entschleunigung und Inspiration mit vielfältigen Themen wie Stille, Freude, das Leben an sich, Menschsein und Vieles mehr. Ein Teil der Umfrage zu Worten und Ideen, die uns entspannen, entschleunigen und inspirieren ist ebenfalls schon dabei. Davon wird es bald noch mehr geben.



Freude

Vielleicht hast Du schon Lust bekommen, ein wenig zu Stöbern? Falls ja, findest Du hier die ersten elektronischen Postkarten und ich hoffe, Du hast viel Freude dabei, Dich dort umzusehen und Dir die ein oder andere Karte selbst zu schenken oder auch etwas an Deine Lieben weiterzuschicken.

Und die Geschichte „Ein Apfel für eine Braut“ geht natürlich schon sehr bald weiter…

13 April 2014

Wie man sich selbst blockiert ° Nützliche Tipps - Teil 2


Der erste Teil zum Thema Blockaden war hoffentlich hilfreich, um ein paar Grundgedanken zur Auswahl, zum Aufbauen und zur guten Pflege zu zeigen. Nun ist das Hemmnis also fertiggestellt, doch was tut man jetzt damit? Wie trägt man es am besten durchs Leben, wie spricht man so darüber, dass es nicht verwässert und vor allem wie baut man eine starke und langfristige Beziehung zu der Blockade auf? Dazu hier einige Gedanken:


4 Mit Blockaden leben

Wie schon angedeutet, ist es wichtig für den Erhalt der Blockade, treu daran festzuhalten. Sie sollte wie ein Begleiter mit durch das Leben genommen werden und immer wieder Gelegenheit bekommen, sich zu zeigen. Hier sind unverbrüchliche Rituale wichtig, denn Blockaden werden instabil durch Flexibilität. Sobald sich eine Situation ergibt, in der die Blockade aktiv werden kann, sollten immer gleiche Verhaltens- und Denkmuster als Reaktion beibehalten werden. Dies erleichtert die Beweisführung, dass das Hemmnis unveränderlich bestehen bleiben wird. Mit Blockaden behaftete Lebenssituationen gelten für überzeugte Blockadenträger als Zuwachs für den Beweisfundus. Besonders geübte Sperrengläubige suchen gezielt Umstände auf, in denen sich die Beschränkung entfalten kann und verfahren nach dem Muster Gewohnheit. Sie überlassen es nicht dem Schicksal, der Blockade zu begegnen, nennen die Begegnung aber Schicksal.


5 Von Blockaden berichten

Von Blockaden zu sprechen ist eine Kunst für sich. Hier sollte man kurz und prägnant formulieren können, sodass ein Gegenüber stets schnell erkennen kann, was gemeint ist. Wie oben beschrieben eignen sich verallgemeinernde Formulierungen wie „nie“, „immer“, „alle“, „keiner“, Garantien, Schmähbegriffe, Herabsetzungen der eigenen Person und das alles verständlich und eindeutig. Längere Erklärungen und eine differenzierte Sicht würden die Blockade nur verwischen. Es ist ein Unterschied ob ich sage: „Ich kann nicht vor einer Gruppe sprechen!“ oder „Ich habe Schwierigkeiten, auf einer Bühne stehend vor Fremden über ein Thema zu sprechen, von dem ich wenig Ahnung habe.“ Danach sollte eine Heerschar von Beispielen angeführt werden – hier ist Wortreichtum wiederum passend – in welchen Situationen man das schon erlebt hat. Das untermauert die Blockadebehauptung und macht sie glaubhaft. Spätestens hier findet man oft Akzeptanz und Verständnis von seinem Gegenüber, denn er oder sie hat sicher auch ein Beispiel zu bieten. Zum sozialen Brückenbau ist so ein Thema wie geschaffen. Und je öfter man über seine Blockade in solcher Form berichtet, desto mehr prägt sie sich im Unterbewusstsein ein und wird zu einer steinernen Tatsache.
Aber Achtung: Wenn man auf einen Zeitgenossen trifft, der vielleicht einen Ausweg aus dem Dilemma weiß, gilt das genaue Gegenteil, nämlich Schweigen und Themawechsel. Auch im absoluten Verschweigen, was dem Vermeiden nahe kommt, liegen Nährstoffe für ein gesundes Wachstum der Blockade.


6 Blockaden lieben lernen

Damit eine Blockade gut mit dem Leben einer Person verwachsen kann, sollte ihr bedingungslose Liebe und Akzeptanz zuteil werden oder Hass, also die andere Seite der Liebe. Was man liebt, verteidigt man und nimmt es in Schutz und somit ist das eigene Leben um eine ehrwürdige Aufgabe bereichert. Diese Bindung erreicht man z.B. damit, dass man sie zur Charaktereigenschaft erklärt, als Teil der eigenen Persönlichkeit. Kosenamen wie Eigenart, kleine Schwäche, liebe Gewohnheit etc. wären hier passend. Als Zeugen können auch Ahnen hinzugezogen werden, die sich ebenfalls damit herumgeschlagen haben und damit liegt es in der Familie. So ist die Blockade dem (Veränderungs)Willen entzogen, wirkt identitätsstiftend und ist vollständig akzeptiert. Man kann ihr andichten, dass sie liebenswert, menschlich, extravagant etc. sei und sie auch als Schutzschild vor den Aufrufen des gemeinen Lebens verwenden, doch bitteschön zu wachsen und sich zu wandeln. Durch Hass erreicht man ebenso einen hohen Grad der Bindung an eine Blockade, denn ein Gegner, der viel Aufmerksamkeit erhält, ist schon respektierlich und groß und bekommt eine regelrechte Heldengeschichte durch Kampfgetümmel serviert. Gegen einen übermächtigen Gegner zu verlieren ist dann für Betroffene auch keine Schande. Man hat es ja versucht, Tapferkeit demonstriert und kann in der Kapitulation sogar die Tugend der vermeintlichen Demut an ihr üben.


Hier sind nur einige Aspekte zu Blockaden und ihrer Handhabung aufgezeigt. Ganz sicher gibt es noch mehr Möglichkeiten und Wege, um zu einer stabilen emotionalen Sperre zu gelangen. Ideen und Anmerkungen hierzu sind herzlich willkommen, denn man kann ja nie genug über ein so faszinierendes Thema lernen. Man kann davon ausgehen, dass jeder Mensch so ziemlich ausnahmslos damit Erfahrungen gemacht hat. Seien es die berühmten Schreib-, Lern- und Denkblockaden, wiederkehrende Ladehemmungen oder Blackouts, Lampenfieber, Schüchternheitsanfälle, Beißhemmung und nicht zu vergessen zähe Sorgen, Selbstbewertungen und Glaubenssätze. Auf dem einen oder anderen Gebiet sind wir sicherlich alle Spezialisten, die schon viel versucht oder akzeptiert haben. Und wer weiß, vielleicht ist auch hier die Erkenntnis der erste Schritt zur Besserung, wenn man sich dieses unrühmlichen Begleiters entledigen möchte.

08 April 2014

Wie man sich selbst blockiert ° Nützliche Tipps - Teil 1

Blockaden können ziemlich viel Kraft und Nerven kosten und wenn man sie erkannt hat, möchte man sie verständlicherweise schnell wieder loswerden. Ist das so einfach? Oftmals nicht, aber wie wäre es, wenn man sich die Sache einmal von einer anderen Warte aus anschaut, nämlich, wie man sie aufbaut? Das könnte doch auch recht aufschlussreich sein, um ihnen beizukommen. Also: Für gut angelegte Blockaden seien hier einige Tipps zu Auswahl, Aufbau und Pflege von Hemmnissen verschiedener Art vorgestellt.


1 Ein gutes Thema wählen

Zunächst sollte man das individuell passende Blockadenthema auswählen. Hier gilt es, sich klarzuwerden, ob man eine Blockade für den täglichen Gebrauch wünscht oder eine, die nur in bestimmten Situationen mit unterschiedlichem Seltenheitsgrad auftauchen soll. Soll es eine eher seltene, situationsbedingte Blockade sein, empfiehlt es sich, ein Thema zu wählen, das einem nur unter bestimmten Umständen begegnet. Z.B. „Ich kann nicht singen!“ „Zum Gedichteschreiben bin ich zu blöd!“ „Geometrie habe ich nie begriffen!“ „Ich kann mich niemals entschuldigen!“ Bei allgemeinen Blockaden, die ein zufriedenes Leben verhindern sollen, wären u.a. folgende Themen ansehenswert: Partnerwahl, Beruf und Erfolg, Geld und Güter, Selbstwert, allgemeines Glück. Diese Aufzählungen sind längst nicht vollständig und es sei Deiner Fantasie viel Spielraum angeboten. Es sollte in jedem Fall ein Thema sein, mit dem Du sofort und mit Leichtigkeit in Resonanz gehst. Erfundene und wenig authentische Blockaden sind häufig sozial nicht akzeptiert und werden oft als banale Ausreden angesehen.


2 Blockaden aufbauen

Eine solide Blockade sollte sorgfältig aufgebaut werden, etwa wie ein Haus. Das Thema ist sozusagen der Grundstein und nun heißt es, möglichst viel Aufmerksamkeit, Energie und Zeit in den Aufbau zu investieren. Auch die Nachtzeit sollte hinzugezogen werden, denn erfahrungsgemäß stellt sich hier ein großer Einfallsreichtum ein, der einen Baustein nach dem anderen erschafft. Bemerkenswert gute Baumaterialien sind beispielsweise übernommene Ansichten, unhinterfragte Bewertungen, verneinte Sehnsüchte, gut genährte Ängste, Sorgenkreisläufe, Schuldgefühle, Verallgemeinerungen, Schubladen, uneingeschränkter Schicksalsglaube, Vorurteile etc. Sollten eigene Bausteine schwer zu bekommen sein, ist man gut damit beraten, auf die von anderen Menschen zurückzugreifen. Hier bieten die Medien allgemein einen reichen Fundus an, aber auch Familie, Freunde, Kollegen und Nachbarn führen sicher ein vielfältiges Angebot. Aus Meinungen lassen sich gute Baustoffe fertigen und auch Allgemeinplätze und sogenannte Volksweisheiten (Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr!) sind brauchbar.


3 Blockaden pflegen

Zwei der beliebtesten Wege, um eine Blockade gut zu pflegen und damit aufrecht zu erhalten, erscheinen widersprüchlich, sind jedoch bei genauerem Betrachten logisch und wirksam. Der erste Weg ist jedem guten Häuslebauer bekannt: Werkele ständig und mit Hingabe daran herum. Wann immer sich ein weiterer Baustein für dieses Gedankengebäude ergattern lässt, verwende ihn. Höre nie auf, nach Ergänzungen, Begründungen und Verfeinerungen Ausschau zu halten. Gib weiterhin Energie hinein, fülle das Gedankengebäude mit Leben, halte daran fest, richte Dich darin ein. Der zweite Weg ist das genaue Gegenteil: Wenn die Blockade fertig errichtet ist, geh nie wieder hin, schau sie nicht an, geh ihr aus dem Weg. So erhält sie sozusagen eine umgekehrte Aufmerksamkeit, denn man vermeidet sie so sehr, dass man nie wieder auf das zugeht, was dahinter steht. Die Blockade wird dann ein Eigenleben entwickeln und im Unbewussten zuverlässig gedeihen. Beim nächsten Zusammentreffen mit ihr wirst Du verwundert sein, wie prächtig sie sich entwickelt hat und wie solide ihr Stand ist. Sie wird Eingang in Dein Reflexhandeln und –denken finden und ist in Notsituationen schon parat, wenn sich Mut, Entspanntheit, Witz und Logik noch ihren Weg suchen müssen.



Damit sich diese Tipps gut setzen können, möchte ich hier unterbrechen, um Dich nicht zu überladen. Vielleicht hast Du sogar Lust bekommen, Dich an einer eigenen kleinen Blockade zu versuchen und benötigst etwas Zeit, um sie aufzubauen. Dann wird der zweite Teil – wie man mit Blockaden lebt, von ihnen berichtet und wie man sie lieben lernt – noch etwas anschaulicher für Dich sein.

07 April 2013

Auf dem Markt

Eine Frau hatte einen Traum.


In diesem Traum besuchte sie einen Markt. Dort inmitten all der Stände traf sie an einem von ihnen Gott.

"Was verkaufst du hier?" fragte die Frau Gott.
Gott antwortete: "Alles, was das Herz begehrt."

Das konnte die Frau kaum glauben. Sie überlegte eine Weile und beschloss dann, das Beste zu verlangen, was sich ein Mensch nur wünschen konnte.

"Ich möchte Frieden für meine Seele und Liebe und Glück. Und weise möchte ich sein und nie mehr Angst haben." sagte die Frau zu Gott. "Und das nicht nur für mich allein, sondern für alle Menschen."
Gott lächelte. "Ich glaube, du hast mich missverstanden. Ich verkaufe hier keine Früchte, sondern die Samen.“

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