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06 Juli 2017

Frischen Pfefferminztee und andere Kräutertees gut zubereiten

Jetzt im Sommer wachsen wieder Minze, Zitronenmelisse & Co. frisch auf dem Balkon, Fensterbrett oder im Garten. Ein Tee daraus erfrischt oder entspannt auf wohltuende Weise. Um den guten Geschmack eines Tees aus frischen Kräutern noch zu intensivieren, gibt es eine einfache Möglichkeit.

Zerknautsche die Kräuter kräftig, bevor Du sie in die Kanne oder Tasse gibst. Damit setzt Du nicht nur den herrlichen Duft frei sondern brichst die Oberfläche der Blätter so auf, dass die Pflanze die Aroma- und Inhaltsstoffe noch viel besser an das kochende Wasser abgibt. Wenn Du die Kräuter auf ein Brett legst und kräftig mit dem Stößel eines Mörsers oder einer sauberen Flasche darüber rollst, ist die Wirkung noch intensiver. Damit erreichst Du die gesamte Oberfläche. Bis zu 10 Minuten ziehen lassen und Du hast einen sehr schmackhaften und wohltuenden Tee.

Genieße die Zubereitung, seine Wärme, den Geschmack und den Duft ganz bewusst und Du holst durch das Teetrinken ein entspannendes und entschleunigendes Ritual als Pause in Deinen Alltag. Gönne Dir zwischendurch diese kleine Auszeit, um mit Deinen Sinnen einmal raus aus dem Kopf und wieder hinein in den Körper zu kommen. Sorge einfach gut für Dich und hab eine schöne Sommerzeit.

22 Januar 2017

"Kräuterwelten" ° Sendereihe von Arte


+++ Update: Die einzelnen Filme sind nun bei YouTube verfügbar. Du findest sie hier wieder neu verlinkt. +++ 

Noch schlummern die Kräuter in der Erde und warten auf den Frühling. Der Sender Arte hat sie jedoch schon einmal zum Leben erweckt in der fünfteiligen Sendereihe „Kräuterwelten“. Sie zeigt uns schöne und wichtige Kräutergegenden der Erde. So kannst Du Dir schon einmal Frühling und Sommer ins Haus holen und viel über die Anbaugebiete, die Menschen, die sie ernten und verarbeiten erfahren und das nahe Leben an der Natur. 


In früheren Zeiten war man zur Heilung auf Kräuter angewiesen. Das Wissen über ihre Wirkung und Anwendung war entweder in den Familien als alte Rezepte bewahrt oder den Heilkundigen im Dorf bekannt. Bevor jedoch alles der Vergessenheit anheimfällt, machen sich immer mehr Menschen auf, die oft nur mündlichen Überlieferungen aufzuzeichnen. Vieles wird dadurch wiederentdeckt und den nachfolgenden Generationen weitergegeben. Eine schöne Entwicklung und eine Besinnung auf das, was uns wie ein großes Geschenk umgibt.


Hab viel Freude an den wunderbaren Bildern und vielleicht wird ja auch Deine Neugier geweckt, was es mit Heil-, Gewürz- und Färbekräutern auf sich hat.



Kräuterwelten der Provence

44 Min.
Kräuterwelten der Provence



Kräuterwelten Indiens

43 Min.
http://www.arte.tv/guide/de/052377-005-A/krauterwelten-indiens



Kräuterwelten in Südamerika

44 Min.
http://www.arte.tv/guide/de/052377-004-A/krauterwelten-in-sudamerika



Kräuterwelten der Alpen

44 Min.
http://www.arte.tv/guide/de/052377-001-A/krauterwelten-der-alpen



Kräuterwelten auf dem Balkan

43 Min.
http://www.arte.tv/guide/de/052377-002-A/krauterwelten-auf-dem-balkan



03 November 2016

Hausmittel zur Stärkung der Abwehrkräfte: Quendeltee

Der zuvor noch milde Herbst beginnt, kalt zu werden. Morgens tragen die Dächer schon Raureif und die verbliebenen Blätter der Bäume sehen aus wie überzuckert. Nun ist es höchste Zeit, die Abwehrkräfte zu stärken und sich auf die winterliche Kälte vorzubereiten. Ein tolles und nicht mehr allzu bekanntes Hausmittel ist der wilde Thymian (Feldthymian) oder auch Quendel genannt.

Der wilde kleine Bruder unseres bekannten Würzmittels schmeckt längst nicht so streng. Thymian selbst ist als guter Hustenstiller bekannt, aber als Tee ist er nicht nach jedermanns Geschmack. Die Milde des Quendels dagegen ist wohltuend und seine Wirkung ist recht vielfältig.

Einige Beispiele hiervon sind:

  • Entzündungshemmend
  • Krampf- und schleimlösend
  • Leicht anregend für das Immunsystem
  • Nervenstärkend und stimmungsaufhellend
  • Gut gegen Gelenkbeschwerden
  • Beruhigend für die Haut
  • Lindert Magenbeschwerden

Wäre hier schon etwas dabei, wofür Du einen Quendeltee für Dich nutzen könntest? Den Tee erhältst Du als Tüte zu 100g für 4 - 5 EUR in der Apotheke. Oft muss er bestellt werden und ist dann schon am folgenden Tag da. Man kann mehr als 1 Monat lang täglich von dieser Menge trinken.


Zubereitung

Überbrühe 1 gehäuften TL Quendeltee mit einer Tasse voll kochendem Wasser.

Lasse den Tee bis zu 10 Min. zugedeckt ziehen (z.B. Tasse mit einer Untertasse abdecken), damit sich die ätherischen Öle nicht gleich verflüchtigen.

Filtere den Tee und schüttele die kondensierten Tropfen von der Abdeckung wieder in die Tasse zurück. In den Tropfen sind die ätherischen Öle konzentriert enthalten und bleiben Dir so besser erhalten.


Genieße entweder 3 gute Tassen über den Tag verteilt oder morgens und abends einen Becher voll. Damit wird Dir die kalte, dunkle Zeit etwas weniger anhaben können.

Mehr zur Wirkung des Quendels findest Du unter:

Das Kräuterbuch

Heilkräuter.de

13 Juni 2015

Holunderblüten ° Die Kinder der Frau Holle


Es ist wieder Holunderblütenzeit. Der schwarze Holunder (Sambucus nigra) blüht in weißen, wolkenartigen Dolden und schickt seinen Duft in die Sommerluft. Wer einmal den Geruch aus einer Mischung von Orange, Zitrone und Blumen richtig wahrgenommen hat, vergisst ihn nicht wieder. Hat er einen guten Standort, wächst der Holunder zu einem Bäumchen heran, das über und über mit prächtigen Dolden bedeckt ist.

Für Liebhaber von Holunderblütensirup ist jetzt die richtige Zeit, um die Blüten zu sammeln – am besten mittags, wenn sie ihr volles Aroma entfalten. Und wer weiß, vielleicht ahnt man dabei auch etwas vom Zauber, der den Hollerbusch umgibt. Er wird dem keltischen Erdgott Puschkaitis zugeschrieben, dem Herrn über die Waldwesen, die als seine Sendboten die Geschicke der Menschen beeinflussen sollten.

In alter Zeit fungierte er als Schatzhüter, wenn die Bauern von unruhigen Zeiten heimgesucht wurden. Um Geld und Schmuck vor plündernden Soldaten zu verbergen, wurden die Kostbarkeiten unter dem Busch vergraben und der Stamm wurde abgehackt. Wenn man erst Jahre später zurückkehren konnte, sah man an dem neu ausgetriebenen Bäumchen, wo man suchen musste.

Er soll auch einen Bezug zum Totenreich haben und die Verstorbenen in die Unterwelt geleiten. Im alten Griechenland benutzte man Holunderholz zur Bestattung der Toten und eigentümlicherweise übernahmen die Germanen eine Sitte daraus. Um in Norddeutschland Maß für den Sarg zu nehmen, benutzte der Schreiner einen frisch geschnittenen Holunderzweig und der Fahrer des Leichenwagens trieb die Pferde mit einem Holunderstock an.

In der Geschichte von Haus und Hof wurde der Hollerbusch als Hüter der Wohnstatt angesehen. In der Nähe des fruchtbaren Misthaufens eingepflanzt, galt sein Gedeihen als Zeichen für ein gutes Geschick. Niemand wagte, einfach Äste des Busches abzuhacken, ohne ein Gebet an die alte Erdgottheit zu sprechen. Kniend sprach man:

„Frau Elhorn, gib mir was von deinem Holtze, dann will ich dir von meinem auch was geben, wann es wächst im Walde.“

Im süddeutschen Raum und in Österreich opferten unsere Vorfahren unter dem Holunderbaum einer lichtbringenden Muttergottheit. Sie lebte in diesem Baum, hielt Krankheit und Übel fern und ihr Name wurde später zu „Frau Holle“ verwandelt. Als Holde und Segensspenderin wirkt die Holunderpflanze auch als vielfältige Naturapotheke. Vor allem Einödbauern waren auf die Heilkräfte der Natur angewiesen. Ein Spruch zum Hollerstrauch lautet:

„Rinde, Beere, Blatt und Blüte.  
Jeder Teil ist Kraft und Güte.
Jeder segensvoll.“


In Sagen heißt es, die Zeit des Grünens und Blühens im Frühjahr beginne, weil Frau Holle segnend durch die Flur schreitet. Sie bringt die Kinder und geleitet ungetauft verstorbene Kleine ins Totenreich. Als Patronin der Spinner und Weber, kann sie mit den Nornen und Parzen in Verbindung gebracht werden. Sie schütz die Schätze im Erdreich und erscheint den Menschen auch als alte, hilflose Frau, um zu prüfen, ob die Leute freundlich und freigiebig oder böse und geizig sind.

In Südniedersachsen und in Nordhessen gibt es einen Frau-Holle-Pfad als Wanderweg, auf dem man sich mit Schautafeln über das Märchen von Frau Holle und andere Grimmsche Geschichten informieren kann. Auch Skulpturen erfreuen das Auge der Wanderer. Im Nordhessischen Werra-Meißner-Kreis liegt der sagenumwobene Frau-Holle-Teich, der ein Eingang zur Anderswelt sein soll.

Aus den „Trauben des kleinen Mannes“, wie die Holunderbeeren auch heißen, wurde nicht nur Erkältungstee („Fliederbeertee“) und Stärkungsmittel hergestellt, sondern auch Holunderwein als Haustrank und Holundersekt zur Feier. Alte Rituale, mit denen der Holunderbaum den Menschen Krankheiten abnehmen sollte, wurden im Zuge der Christianisierung als Hexerei verboten.

Die Nachfrage als natürliches Färbemittel z.B. für Leder, Lebensmittel und Kosmetika steigt heutzutage, sodass der Strauch sogar extra angebaut wird, z.B. in Thüringen. Im Zuge der Rückbesinnung auf Wildobst und alte Obstsorten, gewinnt der Holunder ebenfalls an Bedeutung.

Vielleicht bedeutet der Geist dieser Rückbesinnung auch, dass der Glaube an die Segnungen der Natur wieder Einzug hält in die Gesellschaft. Der Zauber von Frau Holle, ein Inbegriff von der Kraft der natürlichen Gaben, kann uns Menschen wieder aus der technisierten, geschwindigkeitssüchtigen Welt zur Fülle und Freude des Lebens zurückführen. Und nun genieße gern noch einige Holunderblütenbilder.





















04 Februar 2015

4 Tipps zum schnellen Durchwärmen

Nun hat der Februar begonnen und wir freuen uns über einen Schritt mehr in Richtung Frühling. Kalt ist es jedoch immer noch, trotz des grünen Winters. Und kennst Du das auch? Man kommt nachhause und bringt ein richtiges Frösteln mit, vielleicht sogar ein regelrechtes „inneres Frieren“. Möglicherweise sogar verstärkt durch eine Mischung aus mal wieder etwas zu wenig Schlaf bekommen oder etwas zu viel Anspannung tagsüber. So schnell, wie wir es bräuchten, hat die Heizung unsere Räume noch nicht durchgewärmt und für ein Vollbad im noch kalten Badezimmer können wir uns im Moment nicht begeistern. Es muss jetzt einfach mal schnell gehen. Hier gibt es ein paar wirkungsvolle, schnell wirkende Tipps zum Durchwärmen, die ich Dir vorstellen möchte.


1 Fußbad mit Salz

Das gute alte Fußbad, das man wohl nur noch aus Großmutters Zeiten kennt, ist schnell zurechtgemacht und hat eine tolle, entspannende und sogar entgiftende Wirkung.

  • Einfach warmes Wasser in eine Schüssel oder Fußwanne geben (manchmal werden 38°C empfohlen aber für richtig kalte Füße darf es auch ein bisschen wärmer sein).
  • 2 Handvoll Salz* dazugeben und zum Auflösen verrühren.
  • Etwa 20 Minuten die Füße darin baden, kurz trockentupfen und dann in der Badewanne oder im Waschbecken mit warmem Wasser abspülen
  • Eincremen ist nicht unbedingt erforderlich, aber wenn Du Deinen Füßen etwas besonders Gutes gönnen möchtest, massiere sie doch anschließend mit Körperlotion oder –öl.
  • Dann gleich schöne, dicke Wollsocken anziehen und die Wärme und das entspannte Fußgefühl genießen.

* Kochsalz reicht zur Anwendung aus und noch besser wirkt Meersalz wegen seiner umfassenderen mineralischen Konzentration. Dies gibt es auch schon recht preiswert z.B. als Badesalz vom Toten Meer in Drogerien zu kaufen.



2 Ingwertee

Frisch zubereitet wirkt das Heißgetränk gut durchwärmend und ebenfalls entgiftend. Wenn sich eine Erkältung anschleicht oder vorhandene Symptome gelindert werden sollen, ist dieser Tee auch ein vorzüglicher Helfer.

  • Koche etwa einen bis anderthalb Liter Wasser auf.
  • Nimm ein Stück Ingwer von der Knolle etwa daumengroß*, schäle es und schneide es in dünne Scheiben oder raspele es.
  • Gib die Ingwerstückchen in eine Kanne, gieße sie mit dem kochenden Wasser auf und lass alles 10 Minuten ziehen.
  • Gib den Sud durch ein Sieb in die Warmhaltekanne und der Tee ist auch schon fertig zum Trinken.

* Achtung: Bei einem empfindlichen Magen kann diese Menge Sodbrennen oder leichte Magenschmerzen oder Durchfall verursachen. Verwende hier einfach nur die halbe Menge. Falls Du noch mehr über Ingwer erfahren möchtest, findest Du hier auf der Ingwerteeseite  von Nicolaj schöne und ausführliche Artikel.




3 Ausschütteln

Gutes Ausschütteln wärmt nicht nur sondern hat auch eine entspannende und entlastende Wirkung auf die Psyche. Man kann damit so einige Anspannungen des Tages einfach „abschütteln“.

  • Nimm Dir etwa 2 Minuten Zeit und stell Dich locker mit leicht gebeugten Knien hin.
  • Beginne mit dem rechten Bein, das Du kräftig und für Dich angenehm ausschüttelst. Dann folgt das linke Bein, dann die Arme und dann der ganze Körper, als wolltest Du Dir, wie ein Hund, Nässe aus dem Fell schütteln.
  • Wiederhole diesen Durchgang immer wieder und zwar so lange, bis die 2 Minuten um sind. Voilá, Dir ist warm geworden und Du bist wieder richtig gut durchblutet und frisch.



4 Wärmflasche


Klingt banal und naheliegend, aber die Wärmflasche ist ja bekanntlich sehr wirkungsvoll. Und mit einem kleinen Trick kannst Du sie leicht auch im Sitzen oder Stehen verwenden.

  • Fülle die Wärmflasche nur etwa zur Hälfte mit heißem Kranwasser oder aufgekochtem Wasser.
  • Knicke sie dann so ein, dass viel von der überschüssigen Luft oben aus der Öffnung entweichen kann und verschließe sie.
  • Diese „schlanke“ Wärmflasche kannst Du Dir bequemer im Sitzen in den Rücken stellen oder, wenn Du eine weitere Hose trägst, auch unter den Pullover in den Hosenbund stecken.

Für die Nacht ist diese schlanke Wärmflasche auch gut geeignet, denn sie liegt nicht wie ein schwerer Klotz bei Seitenschläfern im Rücken oder an den Füßen. Eine gute Wirkung hat auch ein Dinkel- oder Kirschkernkissen, für 15 Minuten bei 100°C im Backofen aufgewärmt. Nur hält es die Wärme nicht so lange wie eine Wärmflasche.





Nun hoffe ich, dass Du den ein oder anderen Tipp gut anwenden kannst und er zu Deinem Wohlbefinden beiträgt. Und falls Du ebenfalls eine gute, schnelle Wärmemethode hast, freue ich mich, wenn Du sie per Kommentar mit uns Leser*innen und mir Schreiberling teilen möchtest.

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