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01 Mai 2018

Eine besondere Stellenausschreibung


Nehmen wir einmal an, Du würdest folgende Stellenausschreibung finden. Würde sie Dein Interesse wecken und würdest Du Dich bewerben?




Talente gesucht!

Für ein international agierendes Theater-Unternehmen werden Darsteller/innen gesucht. Es ist weltweit führend u.a. in den Sparten Schauspiel (Tragödie, Komödie), Musiktheater (Oper, Operette, Musical), Tanztheater sowie Ballett.

Zum Gelingen der Vorstellungen tragen Sie – auch in zeitweise kleineren Rollen – maßgeblich bei. Ihr Einsatz kann auch Reisetätigkeit erfordern. Leidenschaft und Ideenreichtum sind der Schlüssel zu unserem gemeinsamen Erfolg, um die Vorstellungen jeden Tag ein Stück interessanter zu machen.

Ihre Arbeitsbedingungen:

  • Vollzeit-Engagement
  • Keine Proben, keine fiktiven Figuren und Situationen
  • Texte sind nur teilweise festgelegt, Änderungen sind der Regelfall
  • Lose aufeinanderfolgende Szenen, viel Improvisationsspielraum
  • Keine Regie-Anweisungen und ausschließlich „work in progress“
  • Pausen können entfallen, sind teilweise einzuhalten oder selbstständig festzulegen
  • Requisiten und Kulissen größtenteils vorhanden 
  • Künstlerischer Erfolg ist nicht garantiert
  • Keine Zuschauer
  • Eintritt zu den Vorstellungen ist frei

Ihre Aufgaben: 
  • Haupt-, Neben- und Statistenrollen können Sie wechselnd ausfüllen
  • Drama, Komödie, Musical etc. müssen in voller Bandbreite gegeben werden
  • Jederzeit mögliche Premieren und tägliche Mehrfachvorstellungen
  • Spontanes, authentisches Spiel und Improvisation
  • Physische, soziale oder psychische Besonderheiten für die Rollen müssen selbstständig erarbeitet werden
  • Ständige Weiterentwicklung und Ausweitung Ihrer Fähigkeiten
  • Kostüme werden zu Beginn gestellt und sind später selbst mitzubringen
  • Styling wird zu Anfang gestellt und ist später selbst vorzunehmen bzw. in Auftrag zu geben

Ihr Profil:
  • Staatlich anerkannte Ausbildung ist nicht erforderlich
  • Voraussetzungen für den Einsatz sind u.a. Menschenkenntnis, Herzensbildung, Selbstreflektion, Grundkenntnisse der Psychologie sowie Fantasie und hohe physische und emotionale Belastbarkeit
  • Flexibilität, volle Aufmerksamkeit und Eigenverantwortung sind Bedingung
  • Improvisationstalent ist ausdrücklich erwünscht
  • Musikalische und tänzerische Fähigkeiten sind gern gesehen 
  • Sie bringen eine gute Portion Humor mit, um die Arbeit im Team zu erleichtern

Es erwarten Sie viele Herausforderungen, Gestaltungsmöglichkeiten und eine Menge Einsatz. Sie sind Teil eines großen, lebhaften Ensembles, das sich vor ständig wechselnde Anforderungen gestellt sieht. Heldinnen und Helden, Liebende und Schurken, Narren und Weise, ... alle Rollen werden besetzt. Welche möchten Sie spielen?


Was denkst Du, hättest Du Lust, in einer solchen Unternehmung zu arbeiten? Und was wäre, wenn Du Dich gar nicht mehr zu bewerben bräuchtest sondern schon Teil dieses Ensembles wärest? Lüften wir doch das Geheimnis zum Namen des Unternehmens – aber Du hast ihn sicher schon erraten…

Es ist das Leben selbst. 😊

23 April 2018

Geschenke des Lebens



Der Duft einer Frühlingsblume, der Geschmack einer Sommerbeere, die Farben der Herbstblätter, der Zauber eines Wintermorgens sind Geschenke des Lebens, die uns zeigen, dass das Leben selbst ein Geschenk ist.


Lebenslilie

24 Mai 2017

Durcharbeiten


Ein langes Wochenende steht für viele von uns bevor, wie schön! Doch stell Dir vor, Dein Chef wäre heute zu Dir gekommen und hätte gesagt: „Ich habe mir gedacht, sie könnten doch dieses Wochenende mal durcharbeiten. Sie sind gerade so schön drin, das wäre doch prima.“ Lächelt und geht davon – den Grund nennt er nicht.

Mit größter Wahrscheinlichkeit würdest Du eine ungläubige oder aufgebrachte Reaktion zeigen. „Wie kann er nur? Spinnt er jetzt völlig? Was soll das überhaupt?“ Aber Du würdest wohl gehorchen und es tatsächlich tun. Nicht, weil Du Angst hättest, bei einer Weigerung Deinen Job zu verlieren oder weil Du nicht Nein sagen kannst sondern weil Du es gewöhnt bist.

„Was? Nein, auf keinen Fall!“, könntest Du sagen und Du würdest es trotzdem tun. Weil Du es gewöhnt bist. Dein Körper ist es nämlich aller Wahrscheinlichkeit gewöhnt. Er hat Deine Arbeitshaltung in seinem Gedächtnis gespeichert und was er sich so gut gemerkt hat, behält er ganz häufig auch in der Freizeit bei. Büromenschen können wahrscheinlich ein Lied davon singen, wie sie, sobald sie am Computer sitzen, bald den Hals wie eine Schildkröte vorstrecken, im Oberkörper einsacken, die Schultern hochziehen und vor sich hintippen.

Diese Anspannung wird oft sogar im Gehen noch beibehalten. Schau Dich einmal um, wie die Menschen gehen. Schultern fest, kein Armeschlenkern und oft eiliger Stechschritt. So gut hat sich der Körper die Eile und Spannung gemerkt. Sein gutes Gedächtnis ist auch der Grund, warum er sich auch bei längerer Pause das Fahrradfahren oder das Schwimmen gemerkt hat oder handwerkliche Griffe, Tanzen, Stricken, Sportlern. Er weiß einfach, wie es geht, ohne dass Du es immer wieder neu lernen musst.

Das sich negativ auswirkende „Steckenbleiben in schlechter Haltung“ nennt Helga Pohl, eine „Verspannungsgewohnheit“. Sie kann so sehr in die gewohnte Haltung übergehen, dass man es schon gar nicht mehr merkt, wie man sie auch in der Freizeit weiter mit sich herumträgt – und sozusagen weiterarbeitet.

Da hilft nur Achtsamkeit, Bewusstsein und das regelmäßige Üben von Entspannung und Entschleunigung. Auch das merkt sich der Körper und bekommt Routine darin, wieder loszulassen, weichere Bewegungen zu machen und flexibel zu bleiben. Denn er ist Abwechslung zwischen Anspannung und Entspannung gewöhnt. Man muss es ihm nur beibringen und regelmäßig tun. Und genau das wünsche ich Dir für Dein langes Wochenende und immer für die Zeiten, in denen Du wieder zurückgehst in Deine natürliche und freie Haltung.

20 April 2016

Was will das Glück?

Wenn dir das Glück auf die Schulter tippt, dreh dich nicht nach ihm um, sondern sieh in die Richtung, in die du geschaut hast, als es sich bei dir bemerkbar machte. Es will dir nämlich etwas zeigen, auf das zu zugehen kannst. Oder es möchte, dass du dir merkst, was du gerade getan oder gedacht hast, als du Glück empfandest, damit du dem weiter nachgehst. So scheint das Glück nicht den Blick zurück zu wünschen oder den Blick in die Zukunft.

Es liebt den Moment und das, was gerade vor dir liegt mehr als alles andere. Es liegt nicht in seiner Natur, ein Gefühl von langer Dauer zu sein und wenn man es genau anschaut und es ergründen oder festhalten will, löst es sich auf und verschwindet wie ein Vogel, der sich kurz auf deiner Schulter niedergelassen hat. Es ist scheu, das Glück, weil es nie lange genug blieb, um gezähmt zu werden.

Es ist kurzlebig wie ein Funke und kann doch viel in Bewegung setzen. Es kann einen Brand entfachen, Begeisterung erwecken und nähren, der Beginn einer Leidenschaft sein. Es wird immer nur Moment bleiben, flüchtig, aufleuchtend, kostbar. Und je besser wir es verstanden haben, uns in der Gegenwart aufzuhalten, mit unserem Gefühl, unserem Körper, unserem Blick, desto öfter werden wir ihn treffen, den scheuen Vogel namens Glück. Kann man ihn auch hören? Ganz bestimmt - sein Lied lautet "schau hin, schau hin - sei hier, sei hier".


15 November 2015

Was hat es eigentlich mit Gaben auf sich?

Gabe ist ein Wort, das erst einmal eine gewisse Ehrfurcht hervorruft und das man eher großen Künstlern oder Wissenschaftlern zuschreibt. Sprechen wir von einem Talent oder Vermögen, steigt diese Besonderheit schon eher in die Sphäre des Machbaren zu den Normalsterblichen hinab. Eine Gabe ist eine Begabung oder auch Talent auf einem bestimmten Gebiet. Es ist eine Fähigkeit, die bei einem Menschen besonders ausgeprägt ist.

Gaben sind gleichzeitig so etwas wie unsere Fenster, durch die wir die Welt betrachten. Wenn wir ihnen trauen, vertrauen wir uns selbst. Dann ist die Welt, so, wie wir sie wahrnehmen, plötzlich voller Heilkunst, Baukunst, voller Handwerk und zu lösender Aufgaben, voller Schrift und zu Erforschendem, voller Kultur und Musik, belebt durch Gerichte und Gewürze, wir erkennen Strukturen, Eigenschaften und Ereignisse, die sich unserem Verständnis fast wie von selbst erschließen oder unbändige Neugier entfachen.

Ein Lebensweg

Wenn wie unsere Talente erkundet und erkannt haben, können wir sie leben und unser Leben entfaltet sich durch sie. Manchmal bringen sie aber auch Mühen, Verzicht und Vergleich, was es auszuhalten gilt. Hier wollen diese besonderen Fähigkeiten noch mehr genutzt, geschärft und verteidigt werden. Sie verlangen viel von uns und schenken gleichzeitig viel. Gaben erziehen und lehren uns und durch sie bringen wir in die Welt, was wir vermögen und was in uns steckt.

Dieser Weg wird streckenweise freudvoll und erfüllend sein, dann wieder mühsam und möglicherweise sogar gefährlich. Er wird alles sein, was wir uns zutrauen, wenn wir uns hingeben – das, was er uns abverlangt, kann mehr sein, als wir glauben, leisten zu können.

Dann ist es hilfreich, wenn auch andere uns dies zutrauen, an uns glauben und uns wohlwollend sehen, wenn wir es selbst gerade nicht können. Menschen, die uns helfen, uns wieder auf- und auszurichten, wenn wir uns verloren haben. Und auch dann, wenn wir spüren können, dass es jemanden gibt, der genau das braucht, was wir zu geben haben, wird nicht nur unsere eigene Erfüllung sondern auch das Wertvolle unserer Gabe deutlich.

Verbindung mit der Welt

Gelebte Gaben verbinden uns mit der Welt. Wenn wir mit und von anderen lernen und arbeiten, finden wir oft diejenigen, die uns ähnlich sind und sich auch für das begeistern, was wir in uns selbst gefunden haben. Sie können aber auch bittere Konkurrenten sein und uns mit Bosheit Schaden zufügen. Wieder andere können versuchen, uns und unser Können auszunutzen. Hier lernen wir, uns zu schützen, Grenzen zu ziehen, Bedingungen und Forderungen zu stellen. Wieder gebrauchen und vervollkommnen wir einen Teil unserer selbst, um gut zu leben und wir selbst zu bleiben.

Und die Ausnutzer? Vielleicht sind das gerade diejenigen, die ihren eigenen Gaben ausweichen und daher nicht gelernt und erkannt haben, dass es für jeden eine Grenze und eine Gegengabe geben muss. Sie sind noch nicht an ihren Gaben gewachsen und klar darin geworden, was ein solcher Weg bedeutet. Womöglich suchen sie, sich Wert billig zu erkaufen oder zu erschleichen, weil sie den Wert von Gaben nicht erkennen und die Leere, die durch nicht gelebte Gaben entsteht, zu füllen. Gleiches müsste dann auch für Herumkrittler und Kleinmacher gelten.

Solche Menschen leben in einer gefährlichen Bedürftigkeit, die für sie selbst und andere Schaden anrichtet. Sie jagen durch eine Welt des „nicht genug“ und können Erfüllung, Fülle und erfüllendes Tun nicht erkennen, weil sie noch nicht wissen, was das eigentlich ist.

Hier wäre sicher ein Innehalten wichtig und die Frage: Was steckt hinter dem, was ich unbedingt haben will, aber dessen Gegenwert ich nicht geben will? Steht dahinter sogar etwas Bestimmtes, das eigentlich in mir steckt? Etwas, das mir meine Aufgabe zeigt, die ich für die Welt und aus mir selbst heraus zu vollbringen habe? Ich sollte jetzt nicht aufgeben und genauer hinschauen, ob hier etwas auf eine Begabung hindeutet, die ich zeigen und entwickeln sollte.

Zufriedenheit und Ausrichtung

In einer Spannung von „ich muss doch aber erst noch…“ könnte man auch den Unterschied zwischen Aufgabe und Erledigung sehen. Den Kleinkram zu erledigen, muss sein, aber die Gabe und Aufgabe sollte nicht durch zu viele Erledigungen verschüttet werden. Dann gehen Ausrichtung und Zufriedenheit im Leben verloren, wenn jede Stunde und jeder Tag im Treibsand der Alltagsbeschäftigungen untergehen. Sonst hat man viel getan aber man spürt nicht den erfüllenden Frieden, den eine Arbeit aus den eigenen Talenten heraus bietet.

Wie wunderbar fühlt sich eine Erschöpfung an, wie gut nährt sie die Seele, wenn man der eigenen Natur und den eigenen Gaben gefolgt ist. Hier kommt Energie zurück, die Arbeit hat mir dann auch etwas  zurückgegeben.

Ich kann also Gaben auch daran festmachen, dass mich die Beschäftigung mit ihnen zufrieden macht. Die Seele hat Frieden, weil sie das ausdrücken, herausgeben konnte, was in ihr steckt und angelegt ist. Ich habe das, was in mir angelegt ist, genutzt, um in meiner Umgebung etwas zu bewirken, zu erleichtern, zu verschönern. Ich habe etwas Eigenes gegeben, einen Teil, der wirklich von mir stammt. Ich habe etwas gegeben und mich selbst damit hingegeben. Wer weiß nicht, wie wenig man Zeit und Mühe bemerkt, wenn man mit Hingabe an einer Sache arbeitet.

So viel fordern Gaben von uns, so viel geben sie zurück. Sie schicken uns auf eine Reise, auf der uns Vieles begegnen wird und auf der wir uns mit vielen unserer Facetten selbst begegnen werden. Wir lernen uns selbst und andere kennen, es ist der berühmte Weg, der unter den eigenen Schritten entsteht. Lohnend, interessant, anstrengend, lehrreich, riskant, nach dem eigenen Herzen gegangen – ein erfüllter Lebensweg. Dafür sollte es sich lohnen, die eigenen Gaben zu erkunden und zu erkennen, sie anzunehmen und ihnen zu folgen. Und es verdient Respekt und Anerkennung, wenn sich ein Mensch auf diesen Weg begibt, denn er wird das Leben in einer Tiefe erfahren, die den Zuschauern hinter selbst- oder fremderbauten Schwellen verborgen bleibt.

14 Februar 2015

55 Zitate über die Liebe


"55 Gedanken und Zitate über die Liebe aus über 2000 Jahren, aus nahen und fernen Ländern, durch viele Berufsstände und Menschenherzen hindurch" – so hätte die Überschrift eigentlich lauten müssen. Jedoch wäre sie zu lang gewesen und ich habe mir erlaubt, sie zu kürzen. So viele Gesichter hat dieses einzigartige Gefühl: die romantische Liebe, die Liebe zu Eltern, Kindern, religiöse Liebe, die Liebe zu den Menschen und dem Leben allgemein, die Liebe zu den Werken, die man tut … Am heutigen Valentinstag möchte ich Dir hierzu 55 Zitate vorstellen. Sie stammen von Menschen mit den unterschiedlichsten Hintergründen, die ich Dir einmal dazugeschrieben habe.


Hab nun viel Freude beim Lesen dieser kleinen Sammlung und vielleicht stimmst Du einigen Aussprüchen zu oder rollst die Augen, es werden Erinnerungen wach oder Du musst lächeln. Ich hoffe, die Liebe berührt auch Dich und begleitet Dich durch Dein Leben. Wen oder was liebst Du, wer oder was darf in Deinem Leben nicht fehlen? Und wenn Du selbst einen schönen, lustigen, nachdenklichen oder weisen Spruch dazu kennst, teile ihn gern mit uns.





„Die wichtigste Stunde im Leben ist immer der Augenblick; der bedeutsamste Mensch im Leben ist immer der, welcher uns gerade gegenübersteht; das notwendigste in unserem Leben ist stets die Liebe.“

Leo Tolstoi (Russischer Schriftsteller, 1828 – 1910)



Liebe ist die stärkste Macht der Welt, und doch ist sie die demütigste, die man sich vorstellen kann.“

Mahatma Gandhi (Indischer Rechtsanwalt, Revolutionär, Asket, Pazifist, 1869 – 1948)



Liebe mich dann am meisten, wenn ich es am wenigsten verdient habe, denn dann brauche ich es am nötigsten.“

Helen Keller (Taubblinde US-amerikanische Schriftstellerin, 1880 – 1968)



„Vertrauen und Achtung, das sind die beiden unzertrennlichen Grundpfeiler der Liebe, ohne welche sie nicht bestehen kann, denn ohne Achtung hat die Liebe keinen Wert und ohne Vertrauen keine Freude.“

Heinrich von Kleist (Deutscher Dramatiker, Lyriker, Publizist, 1777 – 1811)



„In einer strategischen Allianz will einer der beiden Partner oder aber wollen beide sicherstellen, dass der andere keine Affäre mit einem Außenstehenden eingeht. Wir vom Kartellamt sind mehr für die freie Liebe.“

Wolfgang Kartte (Deutscher Verwaltungsjurist, Regierungsbeamte, 1927 – 2003)



„Das Wichtigste auf dem Weg unseres Lebens ist, dass wir dem Leben und der Liebe nicht aus dem Weg gehen.“

Ernst Ferstl (Österreichischer Lehrer, Schriftsteller, 1955)



„Ohne Liebe kann die Seele nicht leben. Sie muss etwas lieben, sie ist aus Liebe geschaffen.“

Katharina von Siena (Italienische Mystikerin, Kirchenlehrerin, 1347 – 1380)



„Du kannst deinen Kindern deine Liebe geben, nicht aber deine Gedanken. Sie haben ihre eigenen.“

Khalil Gibran (Libanesisch-amerikanischer Maler, Philosoph und Dichter, 1883 – 1931)



„Ich liebe Dich. Nicht weil ich glaube, dass auch Du mich dann eines Tages lieben könntest, sondern, weil ich Dich liebe.“

Stephan Sarek (Deutscher Schriftsteller, Feuerwehrmann, 1957)



„Man soll lieben, soviel man kann, und darin liegt die wahre Stärke, und wer viel liebt, der tut auch viel und vermag viel, und was in Liebe getan wird, das wird gut getan.“

Vincent van Gogh (Niederländischer Maler, Zeichner, 1853 – 1890)




„Wenn die Macht der Liebe über die Liebe zur Macht siegt, wird die Welt Frieden finden.“

Jimi Hendrix (US-amerikanischer, Gitarrist, Komponist, Sänger, 1942 – 1970)



„Glück ist Liebe, nichts anderes. Wer lieben kann, ist glücklich.“

Hermann Hesse (Deutschsprachiger Dichter, Schriftsteller, Maler, 1877 – 1962)



Liebe ist die beständigste Macht der Welt.“

Martin Luther King (US-amerikanischer Baptistenpastor, Bürgerrechtler, 1929 – 1968)



„Bevor der Verstand sich entschließt, einen Schritt zu tun, hat die Liebe den siebenten Himmel erreicht.“

Rumi (Persischer Mystiker, Dichter, 1207 – 1273)



„Für mich stellen Liebe und Mitgefühl eine allgemeine, eine universelle Religion dar. Man braucht dafür keine Tempel und keine Kirche, ja nicht einmal unbedingt einen Glauben, wenn man einfach nur versucht, ein menschliches Wesen zu sein mit einem warmen Herzen und einem Lächeln, das genügt.“

Dalai Lama (Tendzin Gyathso, geistiges Oberhaupt der Tibeter, 1935)



„Du fragst mich, Kind, was Liebe ist? Ein Stern in einem Haufen Mist.“

Heinrich Heine (Deutscher Dichter, Schriftsteller, Journalist, 1797 – 1856)



„Glaubst du, deinen Schöpfer zu lieben? Liebe zuerst deinen Mitmenschen.“

Mohammed (Religionsstifter des Islam, 570/572 – 632)



Liebe erblüht im Staunen einer Seele die nichts erwartet und sie stirbt an der Enttäuschung des Ichs, das alles fordert.“

Gustave Flaubert (Französischer Schriftsteller, Romancier, 1821 – 1880)



„Neben der Liebe auf den ersten Blick gibt es auch die Liebe auf die erste Berührung. Und die geht vielleicht noch tiefer.“

Vladimir Nabokov (russisch-amerikanischer Schriftsteller, Literaturwissenschaftler, Schmetterlingsforscher, 1899 – 1977)



Liebe Menschen im Leben zu haben macht den Reichtum des Daseins aus.“

Albert Schweitzer (deutsch-französischer Arzt, evangelischer Theologe, Organist, Pazifist, 1875 – 1965)



„Eure falsche Liebe zur Vergangenheit ist ein Raub an der Zukunft.“

Friedrich Nietzsche (Deutscher Philologe, Philosoph, 1844 – 1900)



Liebe, die Heilung für alles Missgeschick und alles Unrechte, für Sorgen, für Kummer und die Verbrechen der Menschheit liegt in dem einen Wort Liebe. Sie ist die göttliche Energie, die überall Leben hervorbringt und zum Leben erweckt.“

Lydia Maria Child (US-amerikanische Schriftstellerin, Sklavereigegnerin, Frauenrechtlerin, 1802 – 1880)



„Ich glaube, dass Erziehung Liebe zum Ziel haben muss.“

Astrid Lindgren (Schwedische Schriftstellerin, 1907 – 2002)



„Die Liebe blickt zu niemandem bewundernd hinauf, sie schaut auch auf niemanden verächtlich hinab. Sie betrachtet alle als gleich, die einander vollkommen lieben. Sie gleicht durch sich selbst hoch und niedrig aus. Sie macht nicht nur alle gleich, sondern sie macht auch alle eins.“

Bernhard von Clairvaux (Französischer Abt, Kreuzzugsprediger, Mystiker, 1090 – 1153)



Liebe mich mit dieser edlen Zärtlichkeit, die ich nur bei Dir gefunden habe...“

Mary Wollstonecraft (Englische Schriftstellerin, Übersetzerin, Philosophin, Frauenrechtlerin irischer Abstammung, 1759 – 1797)



Liebe ist ein Käfig mit Gitterstäben aus Glück.“

Claudia Cardinale (Italienische Schauspielerin, 1938)



„Alles was Pflicht heißt, steht niedriger als wir denken. Alles was Liebe heißt, steht höher als wir denken.“

Paul Richard Luck (Deutscher Schriftsteller, 1880 – 1940)



„Kein steinern Bollwinkel kann der Liebe wehren, und Liebe wagt, was Liebe kann.“

William Shakespeare (Englischer Dramatiker, Lyriker, Schauspieler, 1564 – 1616)



„Güte, Liebe, Mitgefühl, Sanftheit sind keine Dinge für Weichlinge. Sie sind Dinge, nach denen die Welt sich letztlich sehnt.“

Desmond Tutu (Südafrikanischer ehemaliger anglikanischer Erzbischof, Friedensnobelpreisträger, 1931)



„Wie grausam ist eine Liebe, die eine Blume pflanzt und gleichzeitig das Gras auf der Wiese ausreißt, die uns einen Tag lang Leben schenkt und uns ein Leben lang betäubt!“

Khalil Gibran (Libanesisch-amerikanischer Maler, Philosoph und Dichter, 1883 – 1931)




Mir trauerte die ganze Welt, ich kannte nicht die schönsten Triebe. Nun habe ich, was mir längst gefehlt; beneide mich Natur – ich liebe!“

Friedrich Schiller (Deutscher Dichter, Philosoph, Lyriker, Historiker, 1759 – 1805)



„Ach was, ich liebe keine Staaten, ich liebe meine Frau; fertig!“

Gustav Heinemann (Deutscher Politiker, ehemaliger Bundespräsident, 1899 – 1976)



„Was Liebe ist? Soweit ich weiß, setzt sie sich aus Leidenschaft, Verehrung und Respekt zusammen. Bekommt man zwei dieser Dinge, hat man genug. Bekommt man alle drei, braucht man nicht erst zu sterben, um in den Himmel zu kommen.“

William Wharton (US-amerikanischer Schriftsteller, 1925 – 2008)



„Wenn die Liebe dir winkt, folge ihr, sind ihre Wege auch schwer und steil. Und wenn ihre Flügel dich umhüllen, gib dich ihr hin, auch wenn das unterm Gefieder versteckte Schwert dich verwunden kann. Und wenn sie zu dir spricht, glaube an sie, auch wenn ihre Stimme deine Träume zerschmettern kann wie der Nordwind den Garten verwüstet.“

Khalil Gibran (libanesisch-amerikanischer Maler, Philosoph und Dichter, 1883 – 1931)



„Sonne kann nicht ohne Schein, Mensch nicht ohne Liebe sein.“

Johann Wolfgang von Goethe (Deutscher Dichter, Advokat, Minister, 1749 – 1832)



„Den Sinn erhält das Leben einzig durch die Liebe. Das heißt: Je mehr wir zu lieben und uns hinzugeben fähig sind, desto sinnvoller wird unser Leben.“

Hermann Hesse (Deutschsprachiger Dichter, Schriftsteller, Maler, 1877 – 1962)



„Betrachte den, der Deine Fehler Dir enthüllt, als erzähle er Dir von einem verborgenen Schatz; denn auf den Bergspitzen des Stolzes können die Wasser der Liebe sich nicht halten. Nur in den tiefen Tälern der Demut sammeln sich alle Ströme der Liebe zu unerschöpflichen Seen.“

Dhammapada (Anthologie von Aussprüchen des Buddha, vermutlich 383 v. Chr. in den Paliakanon aufgenommen)



Liebe ist wichtiger als Zwänge, Ängste und alle noch so hochvernünftigen Erwägungen, wichtiger als die Zukunft, wichtiger als Geduld und die besten Absichten, wichtiger als Kompromisse, Hoffnungen und guter Wille, so unermesslich wichtiger als alle Worte, aller Trost und alle sogenannten Notwendigkeiten. Frag nicht warum.“

Hans Kruppa (Deutscher Dichter, Schriftsteller, 1952)



„Die Welt zu durchschauen, sie zu verachten, mag großer Denker Sache sein. Mir aber liegt einzig daran, die Welt lieben zu können, sie und mich und alle Wesen mit Liebe und Bewunderung und Ehrfurcht betrachten zu können.“

Hermann Hesse (Deutschsprachiger Dichter, Schriftsteller, Maler, 1877 – 1962)



„Der Preis deiner Liebe bist du selbst.“

Augustinus von Hippo (Algerischer lateinischer Kirchenlehrer, Philosoph, Rhetor, 354 – 430)




„Ich liebe die kleinen Dinge, und ich kann und will nur die Musik der kleinen Dinge machen, wenn sie wahr, leidenschaftlich und menschlich sind und zu Herzen gehen.“

Giacomo Puccini (Italienischer Komponist, Sozialkritiker, Naturalist, 1858 – 1924)



„Noch nie war die Welt mit so viel Gehirn vollgestopft wie heute und noch nie so leer an Liebe und Ehrlichkeit.“

John Knittel (Schweizer Schriftsteller, 1891 – 1970)



„Ohne die Liebe ist jedes Opfer Last, jede Musik nur Geräusch, und jeder Tanz macht Mühe.“

Rumi (Persischer Mystiker, Dichter, 1207 – 1273)



„Was soll ich mit der Liebe, wenn sie den Himmel mir zur Hölle macht.“

William Shakespeare (Englischer Dramatiker, Lyriker, Schauspieler, 1564 – 1616)



„Nicht die Schönheit entscheidet wen wir lieben, sondern die Liebe entscheidet wen wir schön finden.“

Victor de Kowa (deutscher Theater- und Filmschauspieler, Chansonsänger, Regisseur, Erzähler, Komödiendichter, 1904 – 1973)



„Wenn zwei Menschen sich lieben und wenn sie wollen, dass Liebe bleibt, müssen sie dieselbe Richtung wählen. Erst wenn sie auf demselben Weg gehen, werden sie sich immer näherkommen.“

Phil Bosmans (belgischer Ordensgeistlicher, Verfasser geistlicher Schriften, Telefonseelsorger, 1922 – 2012)



Liebe ist eine aktive Kraft im Menschen. Sie ist eine Kraft, welche Wände niederreißt, die den Menschen von seinem Mitmenschen trennen, eine Kraft, die ihn mit anderen vereinigt.“

Erich Fromm (deutsch-US-amerikanischer Psychoanalytiker, Philosoph, Sozialpsychologe, 1900 – 1980)



„Unser Leben kann nicht immer voller Freude, aber immer voller Liebe sein.“

Thomas von Aquin (Italienischer Dominikaner, Philosoph, Theologe, 1225 – 1274)



„Wahrheit, Aufrichtigkeit, Mut, Liebe, Demut und alle anderen Tugenden gehören zur Lebensklugheit, das heißt, zur Kunst, sich in der Gegenwart wohl einzurichten.“

Ralph Waldo Emerson (US-amerikanischer Philosoph, Schriftsteller, Pastor, 1803 – 1882)



„Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren von Liebe, die wir hinterlassen, wenn wir weggehen.“

Albert Schweitzer (deutsch-französischer Arzt, evangelischer Theologe, Organist, Pazifist, 1875 – 1965)




„Man kann nicht aus Büchern lieben lernen, denn die Liebe ist ein wieselflinker Kobold, der mal hierhin, mal dorthin springt, Herzen mit seinem Zauberstab berührt und dann wieder davon flattert wie die ersten Frühlingsboten.“

Groucho Marx (US-amerikanischer Schauspieler, Entertainer, 1890 – 1977)



„Das Zeichen der wahren Liebe ist, dass sie vergeht. Unvergänglich ist nur die Illusion der Liebe.“

Gabriel Laub (Polnischer Journalist, Satiriker, Aphoristiker, 1928 – 1998)



„Die Liebe ist ihrer Definition gemäß ein unverdientes Geschenk; geliebt zu werden ohne eigenen Verdienst ist sogar der Beweis wahrer Liebe.“

Milan Kundera (Tschechisch-französischer Schriftsteller, 1929)



Liebe ist Lebenswärme, die man braucht, wie das tägliche Brot. Keine größere Wohltat kann zu irgendeiner Zeit des Lebens dem Erdenwanderer widerfahren, als wahre Freundschaft und echte Liebe.“

Friedrich Lienhard (Deutscher Schriftsteller, 1865 – 1929)



Liebe ist das Kind der Freiheit, niemals das der Beherrschung.“

Erich Fromm (deutsch-US-amerikanischer Psychoanalytiker, Philosoph, Sozialpsychologe, 1900 – 1980)




11 Januar 2015

Ein guter Vorsatz fürs neue Jahr


Woher kommt eigentlich diese Eigenart der Neujahrsvorsätze? Was wollen wir damit erreichen? Was immer es an Klassikern gibt – abnehmen, mit dem Rauchen aufhören, endlich Sport machen, einen Liebsten oder eine Liebste finden, einen besseren Job finden etc. – man kann es doch vielleicht auf einen Nenner bringen. Wenn ich X erreiche, dann wird mein Leben besser! Dann werde ich beliebter, erfolgreicher, gesünder, attraktiver… Kann man denn sicher sein, dass damit das Leben besser wird?

Man könnte sich ja auch die Frage stellen: Woran merke ich denn, dass mein Leben besser wird? Kann man das messen? Möglicherweise sucht man aber nach einer Qualität, die man weder messen, wiegen noch zählen kann, nämlich das Glück selbst. Das Glück jenseits aller Bedingungen und Selbstoptimierung, denn dieses „wenn – dann“ geht ja häufig ziemlich schief und ist eine recht zeitaufwändige Angelegenheit.

Hier könnte man doch einmal etwas Anderes ausprobieren. Wie wäre es mit:

„Tu mehr Dinge, die Dich glücklich machen!“


Tu einfach Dinge, bei denen Dein Herz lächelt. Dinge, bei denen Du die Zeit vergisst. Dinge, zu denen Du plötzlich viele Ideen, Bilder, Melodien vor Auge und Ohr hast. Tu etwas, bei dem Du unbeschwert und fröhlich oder sogar ausgelassen bist. Tu Dinge, bei denen Du Dich innerlich leichter und größer fühlst.

So einfach soll das sein? Gegenfrage: Warum nicht? Wenn ich glücklich bin beim Singen, Tanzen, beim Wandern, im Zusammensein mit lieben Menschen, in der Natur, beim Arbeiten mit den Händen und so weiter, kann ich es doch einfach tun. Das, was mich daran hindert, bin im Grunde nur ich selbst.

„Ich habe keine Zeit“ gilt nicht, denn man kann sich durch ein wenig organisatorisches Geschick Zeit schaffen. Wenn ich zum Zahnarzt gehen muss, hole ich mir einen Termin. Das geht ja auch. Dann müssen die lieben Mitmenschen auch einsehen, dass dies notwendig ist. Warum soll also mein Glücksgefühl nicht wichtig sein? Nebenbei bemerkt, werden die anderen auch spüren, wenn Du ausgeglichener und fröhlicher bist und das wird ihnen sicherlich keinen Kummer bereiten.

„Ich kann aber nicht gut singen (tanzen, basteln, schreiben …)“ Wozu beurteilen, wenn Dir das Tun an sich einfach Spaß macht? Der Vorsatz, eine Aretha Franklin, ein Nurejew, ein umschwärmter Aktionskünstler oder ein Goethe zu sein, ist ja nicht gefragt. Davon abgesehen gäbe es z.B. keine Chöre und die Spezies Tanzlehrer würde aussterben, wenn nur die größten Talente sich bei ihnen einreihen dürften.

„Ja, was bringt das denn?“ Willst Du partout etwas Messbares haben? Dann schreib jetzt etwas über Dein Lebensgefühl auf, über die Anzahl von Menschen, mit denen Du Dich wohl fühlst, über Deine Laune, Deine Lust, morgens aufzustehen etc. Heb den Zettel in einem Umschlag auf, verlebe ein Jahr mit regelmäßigem glücklichem Tun und lies am Ende des Jahres, was Du zuvor aufgeschrieben hast. Vergleiche einmal, wie es Dir jetzt geht.

„Aber ich muss doch so viele Dinge erledigen!“ Ist Leben ausschließlich eine Aneinanderreihung von Erledigungen? Wir haben das Glück, ein Menschenleben geschenkt bekommen zu haben und nicht das einer Ameise. Und wenn wir nicht der nächsten Generation auch einmal vorleben können, dass Freude ebenfalls einen Platz im Leben haben darf, wohin wird sich die Welt dann entwickeln?

„Sich um eigene Freude und Spaß zu kümmern, ist egoistisch.“ Hier wäre es notwendig, sich zu fragen, ob ein freudiges, gelingendes Leben auf einem moralinsauren Boden überhaupt gedeihen kann. Einem jedem Menschen sei doch ein wenig Glück gegönnt, der eigenen Person eingeschlossen.

Was bedeutet eigentlich glückliches Tun? 

Dieses Tun an sich macht glücklich, wenn z.B. kein „um zu“ dahinter steht. Wenn es absichtslos und in aller Unschuld passiert. Unschuld? Ja, tatsächlich. Wenn ich etwas tue, um meine Gesundheit zu verbessern, habe ich eine Schuld meinem Körper gegenüber auszugleichen. Wenn ich etwas anfertige, um andere zu beeindrucken, dann scheine ich ihnen einen Beweis schuldig zu sein, ein guter, begabter, fleißiger Mensch zu sein. Wenn ich mein Tun immer der Nützlichkeit unterwerfe, arbeite ich wiederum eine Schuld den anderen gegenüber ab. Wenn ich lauthals schreien muss "jetzt bin ich auch mal dran!!", bin ich es mir in der Vergangenheit schuldig geblieben, mir Raum zu schaffen und muss mir diesen jetzt nehmen (von wem?).

Wenn ich die Frage stelle, ob ich ein Recht darauf habe, einfach nur glücklich zu sein, wird es  schwierig. Was genau muss ich denn erleiden, verdienen, erbringen, um glücklich sein zu dürfen? Wer urteilt darüber? Hier steht das Urteil wieder im Weg, die berühmte, mit großer Treffsicherheit unglücklich machende Bewertung. Hinzu kommt der Trugschluss, sich Glück verdienen zu können. Dann ist es aber kein Glück sondern eine Belohnung, vor der gewisse Bedingungen stehen. Belohnung ist nicht verkehrt, hat aber ihrer Natur nach nicht die Qualität der Freiheit, Zeitlosigkeit und der tiefen Herzensfreude, die sich einstellt, wenn wir uns selbst und die Welt auch einmal vergessen können.

Wir erhaschen mit dem glücklichen Tun ein Stück friedliche Ewigkeit, betreten wieder einmal die Heimat der Seele, in der man einfach nur ist, wer man eben ist. Das geheimnisvolle „einfach Sein“ findet hier statt und man kann die Vertrautheit und Geborgenheit in sich selbst genießen. Hier gibt es kein etwas-Wert-Sein, keine Unterscheidung, keine Termine. Hier gibt es etwas, das so kostbar ist, dass man es mit keinem Maß der Welt erfassen kann, nämlich Glück. Dieses "unfassbare" Glück ist etwas, das man nicht machen oder haben kann, sondern man kann es erfahren und glücklich sein.


In diesem Sinne wünsche ich Dir ein glückliches neues Jahr!


24 Dezember 2014

Schöne Festtage


Mit einer kleinen Engelskerze wünscht Dir die Lebenslilie schöne und entspannte Festtage und verabschiedet sich in die stille Zeit bis zum neuen Jahr.





Hab viel Freude mit den Menschen, die Dir nahe sind. Vielleicht magst Du Dir zwischendurch auch einmal etwas Zeit nehmen, um eine Rückschau auf das vergangene Jahr zu halten und es durch verschiedene Brillen noch einmal betrachten. Was ist neu in Dein Leben getreten? Soll es bleiben und wachsen oder möchtest Du es wieder verabschieden? Was hat Deinen Lebenskreis verlassen? Möchtest Du es wieder bei Dir haben oder bist Du froh über seinen Weggang?

Sehr schön ist es natürlich, die freudigen und erstaunlichen Momente geben die schwierigen und schweren aufzuwiegen. Und ich hoffe, dass Du mehr Freude als Leid finden und Dich mit Menschen und Dingen versöhnen kannst, die Dir auch so einige Geduld und Gedanken abverlangt haben. Vielleicht magst Du am Ende Deiner Erinnerungszeit auch einen Segen über alles Gute und alles Schlechte sprechen, Wärme oder Lehren daraus ziehen und sie dann in der Vergangenheit lassen, wo sie ihren Platz haben.


Jedes Mal, wenn zwei Menschen einander verzeihen, ist Weihnachten.
Jedes Mal, wenn Ihr Verständnis zeigt für Eure Kinder, ist Weihnachten.
Jedes Mal, wenn Ihr einem Menschen helft, ist Weihnachten.
Jedes Mal, wenn ein Kind geboren wird, ist Weihnachten.
Jedes Mal, wenn Du versuchst, Deinem Leben einen neuen Sinn zu geben, ist Weihnachten.
Jedes Mal, wenn Ihr einander anseht mit den Augen des Herzens, mit einem Lächeln auf den Lippen, ist Weihnachten.
Aus Brasilien


Wir haben das Glück, dass es ab jetzt jeden Tag wieder ein bisschen länger hell sein wird und möge sich auch für Dich immer ein heller und gesegneter Weg zeigen, auf dem Du beschützt und glücklich bist.


02 Juli 2014

Spaziergang im Klostergarten

Hast Du Lust auf einen Spaziergang? Dann komm doch mit in einen sommerlichen Klostergarten. Lass Dich für einen Moment in die Schönheit eines geschützten Gartens mitnehmen und genieße die Stille, die dieser Ort ausstrahlt.

Im Benediktinerinnenkloster in Osnabrück gibt eine kontemplative Auszeit Raum, um dem Alltag zu entfliehen. Man kann für sich sein und ist doch nicht einsam. Die Besucherinnen können an den Gebetszeiten in der lichten Kapelle und an den Mahlzeiten teilnehmen. Aber auch die Gespräche mit den herzlichen, humorvollen Frauen sind eine Quelle der Inspiration. Ihre Weltoffenheit heißt jeden Menschen willkommen und ihre Gegenwart ist wohltuend, denn aus ihnen scheint ein inneres Licht zu leuchten, das sich aus Ihrem Frieden, ihrem Glauben und ihrem Angekommensein speist.

Ein paar Tage können schon wahre Wunder wirken, die Seele erfrischen und aufräumen. Und in der Beschaulichkeit dieser Zeit kommt auch wieder die eigene innere Stimme zum Vorschein und ein manchmal längst vergessenes Leuchten hält wieder Einzug. All das ohne Ansehen der Konfession, des weltlichen Status oder der Pflichten, die man oftmals in großer Fülle mit sich herumträgt. Aber nun genug geschwärmt. Lass uns spazieren gehen …


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13 April 2014

Wie man sich selbst blockiert ° Nützliche Tipps - Teil 2


Der erste Teil zum Thema Blockaden war hoffentlich hilfreich, um ein paar Grundgedanken zur Auswahl, zum Aufbauen und zur guten Pflege zu zeigen. Nun ist das Hemmnis also fertiggestellt, doch was tut man jetzt damit? Wie trägt man es am besten durchs Leben, wie spricht man so darüber, dass es nicht verwässert und vor allem wie baut man eine starke und langfristige Beziehung zu der Blockade auf? Dazu hier einige Gedanken:


4 Mit Blockaden leben

Wie schon angedeutet, ist es wichtig für den Erhalt der Blockade, treu daran festzuhalten. Sie sollte wie ein Begleiter mit durch das Leben genommen werden und immer wieder Gelegenheit bekommen, sich zu zeigen. Hier sind unverbrüchliche Rituale wichtig, denn Blockaden werden instabil durch Flexibilität. Sobald sich eine Situation ergibt, in der die Blockade aktiv werden kann, sollten immer gleiche Verhaltens- und Denkmuster als Reaktion beibehalten werden. Dies erleichtert die Beweisführung, dass das Hemmnis unveränderlich bestehen bleiben wird. Mit Blockaden behaftete Lebenssituationen gelten für überzeugte Blockadenträger als Zuwachs für den Beweisfundus. Besonders geübte Sperrengläubige suchen gezielt Umstände auf, in denen sich die Beschränkung entfalten kann und verfahren nach dem Muster Gewohnheit. Sie überlassen es nicht dem Schicksal, der Blockade zu begegnen, nennen die Begegnung aber Schicksal.


5 Von Blockaden berichten

Von Blockaden zu sprechen ist eine Kunst für sich. Hier sollte man kurz und prägnant formulieren können, sodass ein Gegenüber stets schnell erkennen kann, was gemeint ist. Wie oben beschrieben eignen sich verallgemeinernde Formulierungen wie „nie“, „immer“, „alle“, „keiner“, Garantien, Schmähbegriffe, Herabsetzungen der eigenen Person und das alles verständlich und eindeutig. Längere Erklärungen und eine differenzierte Sicht würden die Blockade nur verwischen. Es ist ein Unterschied ob ich sage: „Ich kann nicht vor einer Gruppe sprechen!“ oder „Ich habe Schwierigkeiten, auf einer Bühne stehend vor Fremden über ein Thema zu sprechen, von dem ich wenig Ahnung habe.“ Danach sollte eine Heerschar von Beispielen angeführt werden – hier ist Wortreichtum wiederum passend – in welchen Situationen man das schon erlebt hat. Das untermauert die Blockadebehauptung und macht sie glaubhaft. Spätestens hier findet man oft Akzeptanz und Verständnis von seinem Gegenüber, denn er oder sie hat sicher auch ein Beispiel zu bieten. Zum sozialen Brückenbau ist so ein Thema wie geschaffen. Und je öfter man über seine Blockade in solcher Form berichtet, desto mehr prägt sie sich im Unterbewusstsein ein und wird zu einer steinernen Tatsache.
Aber Achtung: Wenn man auf einen Zeitgenossen trifft, der vielleicht einen Ausweg aus dem Dilemma weiß, gilt das genaue Gegenteil, nämlich Schweigen und Themawechsel. Auch im absoluten Verschweigen, was dem Vermeiden nahe kommt, liegen Nährstoffe für ein gesundes Wachstum der Blockade.


6 Blockaden lieben lernen

Damit eine Blockade gut mit dem Leben einer Person verwachsen kann, sollte ihr bedingungslose Liebe und Akzeptanz zuteil werden oder Hass, also die andere Seite der Liebe. Was man liebt, verteidigt man und nimmt es in Schutz und somit ist das eigene Leben um eine ehrwürdige Aufgabe bereichert. Diese Bindung erreicht man z.B. damit, dass man sie zur Charaktereigenschaft erklärt, als Teil der eigenen Persönlichkeit. Kosenamen wie Eigenart, kleine Schwäche, liebe Gewohnheit etc. wären hier passend. Als Zeugen können auch Ahnen hinzugezogen werden, die sich ebenfalls damit herumgeschlagen haben und damit liegt es in der Familie. So ist die Blockade dem (Veränderungs)Willen entzogen, wirkt identitätsstiftend und ist vollständig akzeptiert. Man kann ihr andichten, dass sie liebenswert, menschlich, extravagant etc. sei und sie auch als Schutzschild vor den Aufrufen des gemeinen Lebens verwenden, doch bitteschön zu wachsen und sich zu wandeln. Durch Hass erreicht man ebenso einen hohen Grad der Bindung an eine Blockade, denn ein Gegner, der viel Aufmerksamkeit erhält, ist schon respektierlich und groß und bekommt eine regelrechte Heldengeschichte durch Kampfgetümmel serviert. Gegen einen übermächtigen Gegner zu verlieren ist dann für Betroffene auch keine Schande. Man hat es ja versucht, Tapferkeit demonstriert und kann in der Kapitulation sogar die Tugend der vermeintlichen Demut an ihr üben.


Hier sind nur einige Aspekte zu Blockaden und ihrer Handhabung aufgezeigt. Ganz sicher gibt es noch mehr Möglichkeiten und Wege, um zu einer stabilen emotionalen Sperre zu gelangen. Ideen und Anmerkungen hierzu sind herzlich willkommen, denn man kann ja nie genug über ein so faszinierendes Thema lernen. Man kann davon ausgehen, dass jeder Mensch so ziemlich ausnahmslos damit Erfahrungen gemacht hat. Seien es die berühmten Schreib-, Lern- und Denkblockaden, wiederkehrende Ladehemmungen oder Blackouts, Lampenfieber, Schüchternheitsanfälle, Beißhemmung und nicht zu vergessen zähe Sorgen, Selbstbewertungen und Glaubenssätze. Auf dem einen oder anderen Gebiet sind wir sicherlich alle Spezialisten, die schon viel versucht oder akzeptiert haben. Und wer weiß, vielleicht ist auch hier die Erkenntnis der erste Schritt zur Besserung, wenn man sich dieses unrühmlichen Begleiters entledigen möchte.

08 April 2014

Wie man sich selbst blockiert ° Nützliche Tipps - Teil 1

Blockaden können ziemlich viel Kraft und Nerven kosten und wenn man sie erkannt hat, möchte man sie verständlicherweise schnell wieder loswerden. Ist das so einfach? Oftmals nicht, aber wie wäre es, wenn man sich die Sache einmal von einer anderen Warte aus anschaut, nämlich, wie man sie aufbaut? Das könnte doch auch recht aufschlussreich sein, um ihnen beizukommen. Also: Für gut angelegte Blockaden seien hier einige Tipps zu Auswahl, Aufbau und Pflege von Hemmnissen verschiedener Art vorgestellt.


1 Ein gutes Thema wählen

Zunächst sollte man das individuell passende Blockadenthema auswählen. Hier gilt es, sich klarzuwerden, ob man eine Blockade für den täglichen Gebrauch wünscht oder eine, die nur in bestimmten Situationen mit unterschiedlichem Seltenheitsgrad auftauchen soll. Soll es eine eher seltene, situationsbedingte Blockade sein, empfiehlt es sich, ein Thema zu wählen, das einem nur unter bestimmten Umständen begegnet. Z.B. „Ich kann nicht singen!“ „Zum Gedichteschreiben bin ich zu blöd!“ „Geometrie habe ich nie begriffen!“ „Ich kann mich niemals entschuldigen!“ Bei allgemeinen Blockaden, die ein zufriedenes Leben verhindern sollen, wären u.a. folgende Themen ansehenswert: Partnerwahl, Beruf und Erfolg, Geld und Güter, Selbstwert, allgemeines Glück. Diese Aufzählungen sind längst nicht vollständig und es sei Deiner Fantasie viel Spielraum angeboten. Es sollte in jedem Fall ein Thema sein, mit dem Du sofort und mit Leichtigkeit in Resonanz gehst. Erfundene und wenig authentische Blockaden sind häufig sozial nicht akzeptiert und werden oft als banale Ausreden angesehen.


2 Blockaden aufbauen

Eine solide Blockade sollte sorgfältig aufgebaut werden, etwa wie ein Haus. Das Thema ist sozusagen der Grundstein und nun heißt es, möglichst viel Aufmerksamkeit, Energie und Zeit in den Aufbau zu investieren. Auch die Nachtzeit sollte hinzugezogen werden, denn erfahrungsgemäß stellt sich hier ein großer Einfallsreichtum ein, der einen Baustein nach dem anderen erschafft. Bemerkenswert gute Baumaterialien sind beispielsweise übernommene Ansichten, unhinterfragte Bewertungen, verneinte Sehnsüchte, gut genährte Ängste, Sorgenkreisläufe, Schuldgefühle, Verallgemeinerungen, Schubladen, uneingeschränkter Schicksalsglaube, Vorurteile etc. Sollten eigene Bausteine schwer zu bekommen sein, ist man gut damit beraten, auf die von anderen Menschen zurückzugreifen. Hier bieten die Medien allgemein einen reichen Fundus an, aber auch Familie, Freunde, Kollegen und Nachbarn führen sicher ein vielfältiges Angebot. Aus Meinungen lassen sich gute Baustoffe fertigen und auch Allgemeinplätze und sogenannte Volksweisheiten (Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr!) sind brauchbar.


3 Blockaden pflegen

Zwei der beliebtesten Wege, um eine Blockade gut zu pflegen und damit aufrecht zu erhalten, erscheinen widersprüchlich, sind jedoch bei genauerem Betrachten logisch und wirksam. Der erste Weg ist jedem guten Häuslebauer bekannt: Werkele ständig und mit Hingabe daran herum. Wann immer sich ein weiterer Baustein für dieses Gedankengebäude ergattern lässt, verwende ihn. Höre nie auf, nach Ergänzungen, Begründungen und Verfeinerungen Ausschau zu halten. Gib weiterhin Energie hinein, fülle das Gedankengebäude mit Leben, halte daran fest, richte Dich darin ein. Der zweite Weg ist das genaue Gegenteil: Wenn die Blockade fertig errichtet ist, geh nie wieder hin, schau sie nicht an, geh ihr aus dem Weg. So erhält sie sozusagen eine umgekehrte Aufmerksamkeit, denn man vermeidet sie so sehr, dass man nie wieder auf das zugeht, was dahinter steht. Die Blockade wird dann ein Eigenleben entwickeln und im Unbewussten zuverlässig gedeihen. Beim nächsten Zusammentreffen mit ihr wirst Du verwundert sein, wie prächtig sie sich entwickelt hat und wie solide ihr Stand ist. Sie wird Eingang in Dein Reflexhandeln und –denken finden und ist in Notsituationen schon parat, wenn sich Mut, Entspanntheit, Witz und Logik noch ihren Weg suchen müssen.



Damit sich diese Tipps gut setzen können, möchte ich hier unterbrechen, um Dich nicht zu überladen. Vielleicht hast Du sogar Lust bekommen, Dich an einer eigenen kleinen Blockade zu versuchen und benötigst etwas Zeit, um sie aufzubauen. Dann wird der zweite Teil – wie man mit Blockaden lebt, von ihnen berichtet und wie man sie lieben lernt – noch etwas anschaulicher für Dich sein.

21 März 2014

Kleine und große Dinge

Manche Dinge sind doch ziemlich klein oder erscheinen auf den ersten Blick zumindest so. Bei genauerer Betrachtung haben sie jedoch oft eine große Wirkung oder stehen für eine größere Wahrheit. Wenn z.B. die Schneeglöckchen* aus der Erde schauen, ist es ein Zeichen, dass sich die Natur wieder daran erinnert zu wachsen und neu zu werden. Der lange Schlaf im Winter war wie ein großes Vergessen dessen, was das Leben ausmacht, nämlich zu wachsen, sich zu wandeln und sich wieder zu entwickeln. Selbst wenn wir die veränderten Temperaturen nicht recht wahrnehmen könnten, würden uns doch solche kleinen Gewächse zeigen, dass der Kreislauf des Lebens wieder begonnen hat. Wachstum und Veränderung kündigen sich häufig durch Kleinigkeiten an und so manche Wahrheit dahinter ist groß und einfach, so einfach, dass sie fast als nicht ernstzunehmend erscheint. Aber vielleicht weiß man auch zu wenig über sie und hat sie noch nicht genügend angeschaut, um sie zu bemerken.

Viele Dinge dagegen erscheinen uns als groß und wichtig. Sie haben die Angewohnheit, eher verwickelt zu sein, Gesetzen zu folgen, die schwer zu verstehen sind. So manches Alltagsding kostet viel Kraft und Energie, bekommt eine große Bedeutung, weil man es für bedeutsam hält. Die Nahrung dieser vermeintlich großen Dinge ist die Energie und die Aufmerksamkeit, die man ihnen schenkt. Aber tragen sie wirklich etwas in sich, was groß ist, was innere Freiheit und Verstehen der Zusammenhänge ermöglicht? Oder sind es doch eher „Scheinriesen“, wie man sie von Lukas und Jim Knopf kennt? Sind sie als Tatsache gegeben oder von Menschenhand gemacht und von Menschengeist erdacht? Oft drängt sich der Eindruck auf, dass diese Dinge, denen wir Wert beimessen, eher dazu dienen, uns vor anderen und uns selbst wichtig erscheinen lassen. Sie können uns mehr Kraft kosten als sie uns geben und zu viel Platz im Leben einnehmen. Sie bekommen den Platz, den man diesen Dingen einräumt.

* Schneeglöckchenextrakt (Galantamin) wird zur Verzögerung von Alzheimer-Demenz leichten und mittleren Grades eingesetzt, um das große Vergessen, den „Winter des Geistes“, aufzuhalten oder zu verlangsamen.

26 Februar 2014

Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen ...

Wie oft hört man Sätze wie: "Hätte ich doch früher diese Idee gehabt, so etwas kann ich heute nicht mehr anfangen", "Jetzt ist es schon zu spät dafür", "Damals hätte ich das tun sollen, aber dafür bin ich jetzt zu alt". Ist so etwas tatsächlich so oder ist in diesem Fall nur der Mut- oder Ideen-Muskel ein wenig schwach geworden durch zu seltenen Gebrauch?

Den Frühling als die Zeit zur Erneuerung des Lebens nachzuvollziehen, kann sehr inspirierend sein. Frage Dich doch einmal, was in Deinem Leben neu wachsen möchte. Eine neue, bessere Gewohnheit, eine veränderte Sicht auf manche Dinge, der Verzicht auf einengende Gedanken oder verstaubte Grundsätze. Manches, was vor Jahren als Wahrheit erschien, kann damals wahr und stimmig gewesen sein. Ist es das auch heute noch oder darf auch etwas Neues an diese Stelle treten?

Vielleicht möchtest Du Dich vom Frühling motivieren lassen und Dir einen lang gehegten Wunsch erfüllen, mit etwas Neuem beginnen oder einfach etwas ausprobieren, das Dir schon länger durch die Gedanken geistert. Du kannst auch alte Wünsche und Sehnsüchte verändern und zu etwas werden lassen, das besser zu Dir und Deinem Heute passt. Manchmal braucht ein alter Traum nur einen neuen Mantel, um wieder ansehnlich zu werden. Es wäre schade, Lebensmöglichkeiten zu verpassen, nur weil man glaubt, die Zeit dafür sei vorüber.



09 Januar 2014

Am Rande des Weges

Nach einer längeren Winterpause und stillen Rauhnächten meldet sich die Lebenslilie nun zurück und wünscht ein wunderbares und freudvolles Jahr 2014. Die Geschäftigkeit nimmt jetzt wieder Fahrt auf und das Lebensschiff segelt in ein Jahr voller Hoffnungen, Pläne und Wünsche. Und um nicht dem Rausch der Geschwindigkeit zu verfallen, soll man nicht vergessen, immer einmal wieder eine Zeit der Muße und des Träumens einzulegen. Hierzu sind in der dunklen Zeit einige Gedanken entstanden.






Am Rande des Weges setze ich mich auf einen Stein
Und lasse alles, alles an mir vorüberziehen

Die spazierende Schar der Freunde, Familie und Ahnen
Menschen, die ich kenne, kannte und solche, die lange fort sind
Der ganze edle Königshof meiner Würde
Mit seinen Herrschern, Rittern und Gauklern in ihrem Gepränge
Der festliche Feenzug meiner Träume
Mit seinen Barden, Dichtern und Zauberern in Gesang und Tanz
Das zum Kampf gerüstete Heer meiner Eitelkeiten
Mit seinen Kriegern und Trommlern laut rasselnd und marschierend
Die Gesandtschaft meiner Urteile
Mit ihren Richtern, Anwälten und Henkern in gerechtem Stolz
Die Karawane meiner Ansichten
Mit ihren Beamten, Ordnern und Sekretären im großen Sortieren
Die Gefolgschaft meiner Wünsche
Mit ihren Händlern, Bettlern und Dieben geschäftig laufend
Die Gemeinschaft meiner Pflichten
Mit ihren Planern, Bauherren und Arbeitern in hurtigem Schritt
Die Parade meiner Erinnerungen
Mit einem Jahrmarkt voll von buntem Treiben

Alle gehen sie vorbei und sind so mit sich befasst
Dass sie weder schauen noch grüßen
Doch ich betrachte sie nur
Rufe sie nicht an, nennen keinen Namen, sage keinen Gruß

Anhalten kann ich sie nicht, mit ihnen gehen will ich nicht
Denn heute lebe ich in meinem Frieden
Verhülle mich in meiner Ewigkeit
Bleibe unsichtbar für die Welt
Und freue mich an meiner Freiheit wie ein Kind

12 November 2013

Schwelle zur dunklen Zeit


Spät ist schon der Herbst
Die Schwelle zur dunklen Zeit
Ist schon halb überschritten

Der Winter schickt bereits
Seine treuen Geister
Den Raureif am Morgen
Die stillen, grauen Nebel
Die brausenden Stürme
Die schweren Wolken
Die lichten, kühlen Tage
Und die länger werdende Dunkelheit

Die Dunkelheit aber schickt er
Als ein Gefäß des Lichts
In der die Keime des Frühlings
Sich zur Ruhe betten
In der die Zeit den Geschichten
Und Erinnerungen gehört
In der ein jedes Licht
Noch heller leuchtet

Nun rüstet sich die Seele
Für ihren Weg nach innen
Zu ihrem eigenen Licht
Sie sucht die Erlebnisse des Jahres
Und all seine Geschenke zusammen
Die sie dem Licht zeigen wird
Denn in der hellen Zeit
Hat sie es nicht sehr oft besucht

Dann wird es wie ein Treffen
Zweier alter Freunde sein
Die sich beide schon erwarten
Und viel zu erzählen haben
Denn die Seele spricht
Nicht nur zum Licht
Sondern das Licht
Spricht auch zur Seele

Beide werden sie Geschenke tauschen
Sich aneinander freuen
Und durch einander leuchten



28 März 2013

Lied des Lebens



Ich war Dunkelheit im Meer der Stille
Ein Lied aus der Finsternis
Legte mir Sterne in die Seele
Sein Klang verwandelte mich
In ein Saatkorn des Lebens

  

Der Atem der Sonne
Trug mich auf die Erde
Und ich sank ein in den schwarzen Grund

Das Auge des Himmels
Wurde meiner gewahr
Noch bevor ich sehen konnte

Es rief nach den Sternen in mir
Es hieß mich leuchten und erwachen
Es hieß mich werden und wachsen

Es fragte mich nach meinem Namen
Und ich sang ihm das Lied
Das mir die Finsternis mit auf die Reise gab

Ich bin ein Gruß der Finsternis an das Licht
Ich trage ein Leuchten in mir
Und lache in das Licht des Himmels

Auf meinem Weg, den ich so begann
Ruft das Licht mich immer wieder
Auf dass ich ihm mein Lied singe

Ich darf es nicht vergessen
Aber wenn es doch so ist
Steige ich hinab in meine Dunkelheit
Um den Sternen zu lauschen
Die mein Lied für mich bewahren

Das Leben ist mein Weg
Und manches, was mir dort begegnet
Findet Eingang durch eines der fünf Tore des Herzens

Dann leuchtet mein Herz und erdichtet
Eine neue Strophe zu meinem Lied
Das immer reicher wird
Und ich singe es meinen Sternen
Die es vernehmen und verwahren

Einmal aber
Wenn mein Weg den großen Kreis beschrieben hat
Werde ich wieder am Meer der Stille stehen

Dann werde ich ein wunderbares Lied vollendet haben
Und mein Gesang wird die Stille erfreuen
Und sie inspirieren
Ein neues Saatkorn ins Leben zu singen
Um es dem Atem der Sonne anzuvertrauen

Lebenslilie
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